Schweißgeruch trotz Deo: Neun häufige Fehler, die Sie kennen sollten

Wenn das Deo versagt, ist das nicht nur für den Betroffenen unangenehm. Oft ist am Mief aber nicht das Produkt, sondern der Anwender schuld. Wir erklären die häufigsten Ursachen für Achselmüffeln trotz Deo und guter Hygiene – und sagen, wie Sie sie vermeiden.

Trotz aller Werbeversprechungen: Manchmal scheint die Wirkung des eigenen Deos nicht mal wenige Stunden anzuhalten. Gerade geduscht, Deo benutzt, ins Büro gefahren und mittags beginnt es bereits, unter den Achseln zu müffeln.

Schuld sind dann meistens Anwendungsfehler. Denn obwohl Deos sicher jeden von uns bereits seit der Pubertät begleiten – vorher riecht Schweiß kaum – sind wir oft nicht gut über die Produkte informiert und setzen sie nicht richtig ein.

Deodorant, Antitranspirant, Antiperspirant – was ist der Unterschied?

Deodorant: Das Wort setzt sich zusammen aus de für weg und odor Geruch und überdeckt entstehenden Schweißgeruch. Die Produkte enthalten deshalb in der Regel Duftstoffe und -öle, außerdem geruchsabsorbierende Substanzen und antimikrobielle Stoffe wie Alkohol. Denn Schweiß riecht zunächst nicht unangenehm. Der schlimme Schweißgeruch entsteht erst dann, wenn die Flüssigkeit zersetzt wird. Das übernehmen auf der Haut lebende Bakterien. Manche Stoffe im Schweiß, wie Harnstoff, Zucker, Eiweiß, sind idealer Nährboden für diese geruchsbildende Bakterien wie Corynebacterium jeikeium.

Manche Does nutzen zur Schweißreduktion Aluminiumsalze, aber in geringer Dosis. Aluminium stand lange in der Kritik wegen möglicher Gesundheitsschäden. Neuere Studien legen jedoch nahe, dass die Aufnahme von Aluminium über die Haut sehr unwahrscheinlich sei, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung schreibt. Deos werden nach dem Waschen angewendet, auch mehrmals pro Tag.

Laut Deutschlands beliebtester Deo-Marke Nivea sind Deodorants vor allem für Menschen empfehlenswert, die eher weniger schwitzen, sich im Alltag aber länger frisch fühlen wollen und die Entstehung unangenehmer Gerüche verhindern wollen.

Antitranspirant oder Antiperspirant: Die englische Bezeichnung, die sich langsam auch bei uns einbürgert, bezeichnet Produkte, die unsere Schweißbildung hemmen und damit mehr als ein Deo sind. Antitranspirant leitet sich her von anti = gegen und transpirieren = schwitzen – und beschreibt damit bereits den Mechanismus der Wirkung.

Denn Antitranspirantien hemmen den Austritt von Schweiß an die Hautoberfläche. Sie enthalten immer Aluminiumsalze, die unsere Schweißporen an den behandelten Stellen verengen oder kurzfristig verschließen. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden jedoch auch Antitranspirantien oft als „Deo“ bezeichnet.

Entsprechend empfiehlt der Deo-Hersteller Antitranspirante vor allem dann, wenn Sie einen aufregenden Tag vor sich haben – etwa vor einem Date, einem Bewerbungsgespräch oder auch wenn Sie wissen, dass Sie aufgrund sportlicher Aktivitäten oder sommerlich hoher Temperaturen viel schwitzen werden.

Wie und wann Sie Ihr Deo am besten anwenden

Was viele nicht wissen: Damit Antitranspirantien ihre Wirkung richtig entfalten können, sollten sie abends vor dem Schlafengehen angewendet werden. Und damit wären wir bereits bei dem ersten häufigen Fehler, der schuld daran ist, wenn das „Deo“ nicht ausreichend wirkt:

1. Morgens Antitranspirant benutzt

Antitranspirantien brauchen eine gewisse Zeit, bis ihre Wirkung eingetreten ist, die Inhaltsstoffe absorbiert sind, die Schweißkanälchen sich verengen und dadurch kaum noch Flüssigkeit austritt. Morgens benutzt, setzt die Wirkung viel zu spät ein. Dann ist Schweiß schon auf die Hautoberfläche gelangt, seine Inhaltsstoffe werden von Bakterien zerlegt und es bildet sich der typische Schweißgeruch.

Damit Sie ohne unangenehmen Körpergeruch durch den Tag kommen, sollten Sie also das Produkt also schon zwölf Stunden vorher anwenden, also am Abend davor, nach dem Waschen. Manche Mittel wirken so gut, dass sie nicht jeden Abend benutzt werden müssen, sondern nur wenige Male pro Woche.

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2. Mit Deo versuchen, Schweißgeruch zu überdecken

Das klappt leider nicht. Denn die Duftstoffe schaffen es kaum, bereits bestehenden Schweißgeruch zu übertünchen. Die Bakterien haben dann schon ganze Arbeit geleistet. Den besten Effekt haben Deos, wenn sie direkt nach dem Waschen/Duschen aufgetragen werden.                       

3. Deo oder Antitranspirant auf die feuchte Haut auftragen

Die Mittel sollten zwar gleich nach dem Waschen angewendet werden, aber erst dann, wenn die Achseln sorgfältig abgetrocknet sind. Ist die Haut noch feucht oder sogar nass, verdünnt das nicht nur das Deo/Antitranspirant, sondern kann verhindern, dass es auf der Haut haftet und die Inhaltsstoffe ihre Wirkung entfalten können.

4. Üppige Achselhaare

Gemäßigter Wildwuchs bei der Körperbehaarung scheint zwar wieder im Trend zu liegen. Doch Achselhaare können Schweißgeruch begünstigen, auch mit dem stärksten Deo oder Antitranspirant. Denn Behaarung geht mit Wärme und Feuchtigkeit einher. Beides fördert Bakterienwachstum und damit Schweißgeruch.

Rasieren ist in diesem Fall also günstig, weil es die Bakterienbildung bremst und damit die Wirkung von Anti-Geruchs- und Schweißprodukten verstärkt. Allerdings sollten Sie nie auf frisch rasierte Haut diese Produkte anwenden, es kann sonst zu Hautirritationen kommen.

5. Hygiene-Tick und herkömmliche Seife

Zu vieles Waschen mit der falschen Seife kann Schweißgeruch ebenfalls fördern. Seife und Waschlotionen sind nämlich oft stark alkalisch (ph-Wert 9 oder sogar 10). Der ph-Wert auf der Haut steigt. Dadurch gerät das Mikrobiom der Haut in ein Ungleichgewicht. Bakterien, die bei der Zersetzung von Schweiß die üblen Gerüche verursachen, können die Oberhand gewinnen.

Besser: Benutzen Sie zum Waschen und Duschen eher basische Produkte mit einem ph-Wert etwa um 5.

6. Falsche Kleidung aus ungünstigem Material

Vor allem in Kunststofffasern können sich die geruchsbildende Bakterien festsetzen. Hemd, T-Shirt, Unterhemd und BH riechen dann oft sogar noch nach dem Waschen – denn die Textilien dürfen ja höchstens bei 40 Grad gewaschen werden. Doch hohe Temperaturen wären nötig, um die „Müffel-Mikroben“ zu zerstören.

Das Material der Kleidung spielt aber vor allem auch deswegen eine wichtige Rolle, weil Kunstfasern oft die Haut nicht richtig atmen lassen. Die Folgen: Sie schwitzen mehr und Schweiß kann sich stauen – paradiesische Zustände für Bakterien. Naturfasern wie Baumwolle und Leinen lassen die Haut atmen und verhindern Hitzestau.

7. Müffelriskante Lebensmittel essen

Bekannt ist, dass Knoblauch sozusagen über allen Poren ausdünsten kann. Ursache sind die Schwefelverbindungen, die übrigens auch in Zwiebeln enthalten sind. Beim Verdauen werden diese Verbindungen abgebaut und der typische Körpergeruch entsteht. Er kann gut zwei Tage anhalten.

Daneben können auch weitere Lebensmittel wie Radieschen und Rettich, Essig, Milchprodukte und große Mengen an Fleisch den Schweißgeruch ungünstig verändern. Achten Sie deshalb mal darauf, was Sie am Vortag gegessen haben, wenn Ihr Deo versagt. Nehmen Sie in Zukunft besser Abstand auf die unter Verdacht stehenden Lebensmittel. Tritt das Problem Schweißgeruch danach nicht mehr auf, sollten Sie auch in Zukunft darauf verzichten.

8. Gerne und häufig Alkohol, Koffein und Chili

Diese Faktoren können indirekt zu Schweißgeruch führen, weil sie die Schweißproduktion anregen. Und mehr Schweiß bedeutet, dass sich der Geruch nur noch schwer übertünchen lässt. Wer unter Schweißgeruch leidet und gerne viel Kaffee oder Alkohol trinkt, Scharfes liebt, sollte besser den Konsum einschränken, ganz darauf verzichten – oder es mal mit einem Antitranspirant versuchen.

9. Immer das gleiche Deo benutzen

Manchmal werden die Bakterien sozusagen immun gegen die antimikrobiellen Wirkstoffe im Deo. Dieses Risiko besteht vor allem dann, wenn immer das gleiche Produkt über viele Monate hinweg genutzt wird. Wechseln Sie deshalb mal, probieren Sie ein anders Deo aus.

Wer sicher gehen möchte: Vergleichen Sie dazu die Liste der Inhaltsstoffe auf den Produkten. Als Bakterienstopper kommen hier neben Alkohol etwa Triethylcitrat, Octenidindihydrochlorid oder Ethylhexylglycerin zum Einsatz. Versuchen Sie es mit einem Deo, das andere antibakterielle Stoffe enthält als ihr gewohntes. Oft verschwindet mit dem Wechsel auch der Schweißgeruch. Nach wenigen Monaten ist meist die Rückkehr zum Lieblingsdeo möglich, die Bakterien sprechen wieder auf die Wirkstoffe an.

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