Österreich beschließt Knallhart-Kurs: Lockdown für Ungeimpfte ab morgen!

Die Gesundheitsämter in Deutschland melden dem RKI am Montag 23.607 Neuinfektionen. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz erreicht mit 303,0 erneut einen Höchstwert. Alle aktuellen News zur Corona-Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

News zu Corona vom 15. November

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RKI registriert 23.607 Neuinfektionen – Inzidenz jetzt bei über 300

Montag, 15. November, 06.00 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 303,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 289,0 gelegen, vor einer Woche bei 201,1 (Vormonat: 68,7) gelegen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 23.607 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.52 Uhr wiedergeben. Am vergangenem Donnerstag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit 50.196 einen Rekordwert seit Beginn der Pandemie erreicht. Vor genau einer Woche hatte der Wert bei 15.513 Ansteckungen gelegen. Robert Michael/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild Ein Corona-Schnelltest wird in einer Teststation aufbereitet.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 43 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 33 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5.045.076 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Freitag mit 4,70 an (Donnerstag: 4,65). Der Wert wird am Wochenende nicht veröffentlicht. Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden.

Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.494.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 97.715.

Nach Lockdown für Ungeimpfte: Jetzt prüft Österreich nächtliche Ausgangssperre für alle

22.56 Uhr: Nach dem Lockdown für Ungeimpfte erwägt die österreichische Bundesregierung nun offenbar auch nächtliche Ausgangsbeschränkungen für alle Bürger. Dieser Vorschlag liege auf dem Tisch und darüber werde am kommenden Mittwoch entschieden, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) am Sonntagabend in der ORF-Nachrichtensendung "ZiB2".

"Wir sitzen alle im gleichen Boot", sagte Mückstein. Wenn ein allgemeiner Lockdown verhindert werde solle, sei eine Verringerung der Kontakte zwischen den Menschen zwingend erforderlich, so der Minister weiter. Die Beschränkungen würden ab 22.00 Uhr gelten und auch eine erneute Schließung der Nachtgastronomie bedeuten.

Moritz Frankenberg/dpa Ein Stop-Piktogramm an einer Rolltreppe leuchtet am späten Abend nach Beginn der Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in der Innenstadt.

Seit die 2G-Regel im öffentlichen Leben gilt, sind alle, die weder geimpft noch genesen sind, von weiten Teilen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen. So dürfen sie zum Beispiel Lokale und Theater nicht mehr besuchen. Mitte der Woche werde man sehen, ob schon diese Maßnahme gewirkt habe, so Mückstein weiter. Er betonte erneut, dass das Ausmaß der vierten Corona-Welle vor allem auf die Ungeimpften zurückzuführen sei.

65 Prozent werfen Bundesregierung zu wenig Einsatz gegen Corona vor

21.36 Uhr: Zwei Drittel der Deutschen sind der Meinung, dass die geschäftsführende Bundesregierung nicht genug tut, um die Bevölkerung vor dem Coronavirus zu schützen. Das ergibt eine exklusive repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Civey im Auftrag des Nachrichtenportals watson. Demnach sind 65 Prozent der Menschen der Meinung, die Regierung tue "auf keinen Fall" oder "eher nicht" genug. Nur 23 Prozent der Befragten meinen, die Regierung tue "eher" oder "auf jeden Fall" genug zum Schutz der Bevölkerung.

Eine Mehrheit der Deutschen von 60 Prozent wünscht sich laut der Umfrage außerdem, dass die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mehr Präsenz zeigt. Bei den jungen Erwachsenen im Alter bis 29 sind es ebenfalls 60 Prozent.

Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland wünscht sich außerdem weitere Verschärfungen im Kampf gegen die Pandemie: Nur 17 Prozent der Befragten wünschen sich keinerlei Verschärfungen bei der Pandemiebekämpfung, bei den jungen Erwachsenen bis 29 sind es 19 Prozent.

Etwa 54 Prozent sprechen sich hingegen für eine 2G-Pflicht in Kinos, Restaurants und Lokalen aus, 47 Prozent für eine allgemeine Impfpflicht und 43 Prozent für eine Impfpflicht in Gesundheitsberufen. Kontakt- oder Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte befürworten 41 Prozent, eine 3G-Pflicht am Arbeitsplatz 37 Prozent.

Braun: Bis Weihnachten 20 Millionen Booster-Impfungen nötig – "wir sind noch nicht gerüstet"

21.30 Uhr: Deutschland ist nach Worten von Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) noch nicht ausreichend auf notwendige Booster-Impfungen vorbereitet. "Wir müssen bis Weihnachten erreichen, dass über 20 Millionen Auffrisch-Impfungen erfolgen können. Dafür sind wir noch nicht gerüstet", sagt der CDU-Politiker im ZDF. Zugleich bekräftigt er, eine Impfpflicht für alle sei nicht der richtige Weg. Auch eine Impfpflicht für spezielle Berufe werde die große Corona-Welle nicht verändern, so Braun. Wer sich aber nicht impfen lasse, müsse damit rechnen, dass es Beschränkungen gebe, damit das Gesundheitssystem nicht überlastet werde.

Lindner schließt Lockdown für Geimpfte aus – Impfpflicht für bestimmte Berufe aber nicht

17.49 Uhr: Der FDP-Parteivorsitzende Christian Lindner schaut besorgt auf die aktuelle Corona-Entwicklung. Im Interview mit RTL/ntv sagt er: "Wir sind in einer gefährlichen Lage der Pandemie. Wir müssen jetzt alle notwendigen und wirksamen Maßnahmen einsetzten." Dennoch verteidigt der FDP-Chef das Auslaufen der epidemischen Notlage und weist darauf hin, dass die nötigen Maßnahmen auch ohne die Verlängerung weiterhin gesetzlich möglich seien. Allgemeine Lockdowns dürfe es aber nicht mehr geben, so der FDP-Politiker. Lindner betont, dass pauschale Ausgangssperren für geimpfte Menschen – die getestet oder geboostert sind – möglicherweise sogar rechtswidrig seien. "Für Geimpfte muss es weiterhin die Möglichkeit für das gesellschaftliche Leben geben – alles andere wäre unverhältnismäßig", so Lindner.

"Ich bedauere, dass wir beim Impfen und Boostern jetzt Fortschritte machen müssen", sagt der FDP-Chef und betont, dass die Vorbereitungen auf den Corona-Herbst nicht so getroffen wurden, wie von vielen erhofft und erwartet. Der FDP-Politiker weist darauf hin, dass man jetzt schnell und unbürokratisch Angebote für die Booster-Impfung schaffen müsse. Lindner hält eine allgemeine Impfpflicht zwar weiterhin für sehr kritisch, schließt eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen aber noch nicht aus: "Ich möchte die Debatte der Fachleute über eine berufsbezogene Impfpflicht abwarten, bevor ich mich dazu äußere."

Wüst gegen 2G plus-Verschärfung für Geimpfte

17.11 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) lehnt die Einführung einer 2G plus-Regel bei öffentlichen Veranstaltungen ab. Man sollte nicht den Geimpften, "die alles für den Gesundheitsschutz getan haben, jetzt als erstes die nächste Pflicht auferlegen", sagte Wüst dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montag). Bei dem Prinzip 2G plus bekommen auch Geimpfte und Genesene nur Zugang, wenn sie zusätzlich einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen können. Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich zuletzt dafür ausgesprochen, für öffentliche Veranstaltungen das Prinzip 2G plus einzuführen.

Marius Becker/dpa Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, vor der Presse.  

Bei dem Bund-Länder-Treffen am Donnerstag will Wüst aber auf die Einführung einer bundesweit einheitlichen 2G-Regel pochen. Das würde bedeuten, dass Ungeimpfte zu bestimmten Veranstaltungen keinen Zutritt mehr hätten.

Söder kündigt "2G für fast alles" an – und fordert Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte

15.11 Uhr: Angesichts der dramatisch steigenden Corona-Zahlen soll in Bayern ab Dienstag "2G für fast alles" angepasst werden.  Von da an gelte 2G nicht nur für Veranstaltungen, sondern auch in Gastronomie und Hotellerie. Hinzu komme: Auch soll überall dort eine Maskenpflicht gelten, wo nur Geimpfte und Genesene Zugang haben. In Diskotheken gelte 2G-plus, es ist also zusätzlich ein Schnelltest notwendig.

Das Minimum bei Weihnachtsmärkten sei, das Masken getragen würden. Zudem müsse es in Bereichen, in denen Alkohol ausgeschenkt werde, "2G-Gastroinseln" geben, also Bereiche mit Zugangskontrollen.

Söder fordert die voraussichtliche künftige Bundesregierung ihre Corona-Pläne nachzubessern – der Rechtsrahmen sei derzeit völlig unzureichend, so Söder. Es brauche einheitliche Regeln für Deutschland – unter anderem eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen und 2G-Regeln für das gesamte Bundesgebiet. Sven Hoppe/dpa Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern.

Man brauche zudem "Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte", betonte Söder. Anders als Österreich sollte dies aber kein Lockdown für Ungeimpfte sein, sondern 2G "mit gleichem Ergebnis". Es brauche dies als Zusatzinstrument – sonst werde man der steigenden Corona-Infektionszahlen nicht Herr. Zugleich forderte er zahlenmäßige Personen-Obergrenzen für Veranstaltungen.

Und er werde sich sehr dafür einsetzen, dass es Obergrenzen für Veranstaltungen gebe, insbesondere beim Fußball, aber auch anderswo. "Wir brauchen Obergrenzen, das muss man bei einheitlich machen." Sollte der Bund nicht aktiv werden, werde Bayern dies sonst selbstständig machen.

Über 3000 Covid-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung

14.26 Uhr: In deutschen Kliniken müssen immer mehr Covid-Patienten intensivmedizinisch behandelt werden. Die Zahl stieg nach Angaben des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) am Sonntag auf mehr als 3.000. Laut Divi-Tagesreport kamen 93 Intensivpatienten hinzu, somit befinden sich nun 3.034 Menschen wegen Corona in intensivmedizinischer Behandlung. Innerhalb von zwei Wochen stieg die Zahl um rund 1.000.

Der Leiter des Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, hatte am Samstag auf Twitter von einer "eingeschränkten Betriebsfähigkeit" der Intensivstationen gesprochen. "Die Mitarbeiter:innen rackern gerade weg, was sie können, aber sie sind zunehmend am Limit", schrieb Karagiannidis.

In der rbb-"Abendschau" warnte der Mediziner: "Uns rennt im Moment wirklich die Zeit davon." Auf den Intensivstationen lägen zum "allergrößten Teil" Ungeimpfte. Zunehmend gebe es hier aber auch doppelt Geimpfte – dies seien aber vielfach ältere Menschen sowie Patienten mit Medikamenten, die das Immunsystem dämpften.

Ab Montag: Lockdown für Ungeimpfte in Österreich, zwei Millionen sind betroffen

12.44 Uhr: Im Kampf gegen die vierte Welle der Corona-Pandemie gilt in Österreich von diesem Montag an ein Lockdown für Ungeimpfte. Die weitreichenden Ausgangsbeschränkungen sind zunächst auf zehn Tage befristet. Betroffen sind etwa zwei Millionen Menschen.

Wer keine Impfung hat, darf das Haus oder Wohnung künftig nur noch aus dringenden Gründen verlassen – etwa für Einkäufe des täglichen Bedarfs, für den Weg zur Arbeit oder den Besuch beim Arzt.

Die Einhaltung der Vorschrift soll mit Stichproben überprüft werden. Ziel ist, die Impfbereitschaft zu erhöhen und die sozialen Kontakte deutlich zu verringern. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner ist in Österreich inzwischen auf rund 815 gestiegen. dpa Polizei und Ordnungsamt führen in Wien Kontrollen zur Einhaltung der 2G-Regeln durch.

"Wir setzen den Schritt nicht leichten Herzens", sagt Bundeskanzler Alexander Schallenberg. Die Zahlen sprächen aber eine eindeutige Sprache. Unter den Ungeimpften betrage die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner mehr als 1700.

Es gelte nun mit aller Kraft, die "beschämend niedrige" Impfquote endlich zu erhöhen. "Mit dieser Impfquote werden wir im Teufelskreis steckenbleiben." Die Maßnahme werde sehr konsequent kontrolliert, Verstöße würden entsprechend bestraft.

  • Lockdown in Österreich: Was das für Urlauber bedeutet 

Virologe Keppler: "Hohe Inzidenzen schlagen in ein bis drei Wochen auf Intensivstationen durch"

12.33 Uhr: Die sehr angespannte Lage in Bayerns Krankenhäusern wird sich aller Voraussicht nach in den nächsten Wochen weiter verschlechtern. "Die Lage spitzt sich zu", sagt der Münchner Virologe Oliver Keppler im Bayerischen Rundfunk. "Es muss uns allen klar sein: Die hohen Inzidenzen, die wir die letzten ein bis zwei Wochen sehen, die schlagen auch erst in ein bis drei Wochen wirklich auf unsere Intensivstationen durch."

Der Leiter der Virologie an der Münnchner Ludwig-Maximilians-Universität warnte: "Wir kommen in einen Überlastungsmodus hinein, der monatelang gehen kann, wenn wir nichts dagegen machen."

Die Wirkung der Corona-Impfungen lässt nach Kepplers Worten schneller nach, als von Medizinern erhofft beziehungsweise erwartet, es gebe schwerwiegende Impfdurchbrüche.

"Die Daten (…) zeigen, dass nach vier Monaten nach der zweiten Impfung gerade bei älteren Menschen die Immunität wieder abnimmmt", sagte der Wissenschaftler. "Die Kombination aus schwer erkrankten ungeimpften Menschen und geimpften Menschen, die bereitet diese große Welle, die wir so in dieser Vehemenz vielleicht nicht haben kommen sehen."

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