Nur noch für vier Gruppen gratis: So viel müssen Sie ab Oktober für Corona-Tests blechen

Kostenlose Corona-Tests soll es für die breite Massen nicht mehr lange geben: Vom 11. Oktober an sollen Getestete die Kosten selbst tragen. Nur in vier Fällen will der Bund weiter zahlen. Besonders für Ungeimpfte könnte das teuer werden.

Die Bundesregierung will den Zugang zu kostenlosen Corona-Schnelltests erheblich einschränken. Ab dem 11. Oktober sollen sie nur noch stark begrenzt für den Einzelnen kostenlos sein. Erste konkrete Details darüber, in welchen Grenzen diese Regel gelten soll, nennt jetzt ein Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums. Das berichtet der "Business Insider".

Gratis-Tests sollen demnach nur noch vier Gruppen zur Verfügung gestellt werden. Nämlich

  • Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können
  • Menschen, für die es keine Impfempfehlung gibt, also zum Beispiel Schwangere und Kinder unter zwölf Jahren
  • Menschen, die Covid-19-typische Symptome haben
  • Menschen, die Einrichtungen besuchen, in denen enger Kontakt zu Risikopatienten besteht, wie etwa im Gesundheits- und Pflegebetrieb.

Übergangsregel für Kinder und Jugendliche bis November

Eine Übergangsregel sieht der Entwurf für Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren vor. Für sie soll die Frist für kostenlose Corona-Tests Ende November auslaufen. So wolle man den Kindern und Jugendlichen genug Zeit gewähren, um sich über die inzwischen auch für ihre Altersgruppe von der Stiko empfohlene Corona-Impfung zu informieren und einen vollständigen Impfschutz zu erlangen, heißt es in dem Entwurfpapier.

Für alle anderen heißt das: Es könnte in Zukunft teuer werden. Wie teuer genau, das "kann keiner wirklich sagen", sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Dies werden "auf dem freien Markt" entschieden. Aber Orientierungswerte, was vor allem auf Ungeimpfte zukommen kann, wenn sie denn im Rahmen der 3G-Regel ins Restaurant, Theater oder Kino wollen, gibt es durchaus. 

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Wie viel sollen die Corona-Tests kosten?

So würden die gesetzlichen Krankenkassen derzeit für einen PCR-Test im Labor gut 43 Euro bezahlen; für einen Schnelltest etwa elf Euro. Dies könnten Anhaltspunkte für künftige Preise sein, so die Sprecherin. Je nachdem, wo man sich testen lässt, sind aber auch höhere Preise denkbar:

  • So kostet ein PCR-Abstrich im Testzentrum am Münchner Flughafen 128 Euro (inklusive Testergebnis innerhalb von zwei bis vier Stunden). Einen Schnelltests gibt es dort für 45 Euro. Das Ergebnis liegt dann laut Betreiber in der Regel innerhalb von ein bis zwei Stunden vor.
  • Am Frankfurter Flughafen werden für den PCR-Test innerhalb von zwölf Stunden 89 Euro fällig. Der Schnelltest kostet 29 Euro.

Bei einer maximalen Gültigkeit von 48 Stunden und einem aktiven Sozialleben kann das für Ungeimpfte Ausgaben von mehreren hundert Euro pro Monat bedeuten. Gerade dann, wenn die Inzidenz steigt und Schnelltests in Innenräumen nicht mehr ausreichen.

Vor der Einführung der kostenlosen Bürgertests im März hatten Apotheken, Ärzte und Teststationen zwischen 20 und 50 Euro für einen Schnelltests verlangt. Wo ab Oktober noch Tests angeboten werden, ist genauso wie die Kosten-Frage bisher unklar.

Warum der Bund die Gratis-Tests einstellt

Als Begründung für die Einstellung der Gratis-Tests führt das Bundesgesundheitsministerium das breite Angebot der Impfungen an. "Da mittlerweile allen Bürgerinnen und Bürgern ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden kann, ist eine dauerhafte Übernahme der Kosten für alle Tests durch den Bund und damit den Steuerzahler nicht länger angezeigt und nicht erforderlich."

Pro eine Million Schnelltests würde der Bund dadurch bis zu zehn Millionen Euro für deren Durchführung sowie weitere 3,5 Millionen Euro für Sachkosten sparen, heißt es.

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