Neuinfektionen steigen so wie in den letzten Tagen – Remdesivir kriegt Sonderzulassung in USA

Die Coronavirus-Pandemie hält die Welt weiterhin in Atem: Mehr als drei Millionen Menschen haben sich bereits weltweit mit dem neuartigen Virus infiziert – 160.576 davon in Deutschland. Alle Meldungen zur Corona-Krise und dem Kampf gegen die Verbreitung des Virus finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

  • Die Länder-Übersicht in der Live-Karte zum Virus-Ausbruch und das Covid-19-Radar mit Zahlen und Fakten

Bürgermeister: Zwei Prozent der Einwohner Moskaus mit Coronavirus infiziert

Topmeldung (10.46 Uhr): In Moskau haben sich nach Angaben von Bürgermeister Sergej Sobjanin schon mehr als eine Viertelmillion Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Reihentests in der russischen Hauptstadt hätten bei rund zwei Prozent der Einwohner – also bei mehr als 250.000 Menschen – eine Infektion nachgewiesen, schrieb Sobjanin am Samstag in seinem Blog. Damit wäre die Zahl der Infizierten in Russland deutlich höher als bisher bekannt. In ganz Russland wurden offiziell bislang gut 114.000 Infektionsfälle gemeldet – darunter 57.300 Fälle in Moskau.

Russland hatte wegen des Coronavirus im Februar seine Landgrenzen zu China geschlossen und danach wochenlang nur sehr niedrige Infektionszahlen gemeldet, während die Zahlen in Westeuropa rasant stiegen. Seit Mitte März steigen die Zahlen aber auch in Russland unaufhörlich an. 1169 Menschen starben. Moskau, das offiziell 12,7 Millionen Einwohner hat, ist am schwersten betroffen. Pavel Golovkin/AP/dpa

Sobjanin erklärte, die russische Hauptstadt habe die Ausbreitung des Virus durch die Ausgangssperre und andere Maßnahmen bisher eindämmen können. Auch die Test-Kapazitäten seien in den vergangenen Wochen stark ausgebaut worden. Der Höhepunkt der Infektionswelle stehe der Stadt aber noch bevor.

Maßnahmen verschärft: Chinesisches Provinz kämpft gegen zweite Welle

Topmeldung (09.51 Uhr): Die chinesische Provinz Heilongjang, kämpft derzeit gegen das Aufflammen einer zweiten Corona-Welle. Die Hauptstadt der Provinz, Harbin, hat nun Verschärfungen der Maßnahmen angeordnet, wie unter anderem „ibtimes“ berichtet. Restaurants dürfen etwa keine Speisen mehr in Innenräumen ausgeben. Das ordneten die örtlichen Behörden an. Die Provinz im Nordosten des Landes grenzt an Russland. Inzwischen sind die Grenzen geschlossen, nachdem einige Infektionen eingeschleppt worden seien. imago images/Xinhua

  • Lesen Sie hier mehr zur Lage in Heilongjang

Kreuzfahrtschiff in Cuxhaven wegen Corona-Fall an Bord unter Quarantäne gestellt

Topmeldung (07.12 Uhr): Wegen einer Corona-Infektion an Bord ist ein Kreuzfahrtschiff in Cuxhaven unter Quarantäne gestellt worden. Ein Besatzungsmitglied sei positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden, teilten der Landkreis Cuxhaven und die Reederei TUI Cruises am Freitag mit.

An Bord des Kreuzfahrtschiffs "Mein Schiff 3" befinden sich laut TUI derzeit keine Reisegäste. Stattdessen seien 2899 Crew-Mitglieder an Bord, die teilweise von anderen TUI-Schiffen auf die "Mein Schiff" gebracht worden waren. Von Cuxhaven aus sollten sie die Rückreise in ihre Heimatländer antreten. Hauke-Christian Dittrich/dpa

Laut TUI hatten sich 15 Besatzungsmitglieder nach der Ankunft in Cuxhaven mit leichten grippeähnlichen Symptomen an das Bordhospital gewandt. Einer von ihnen sei positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die 15 Mitarbeiter seien in ihren Kabinen isoliert und würden medizinisch betreut, teilte die Reederei mit. Einige Crewmitglieder hätten das Schiff in den vergangenen Tagen bereits verlassen. Sie seien kontaktiert und aufgefordert worden, sich in ihrer Heimtat in Quarantäne zu begeben.

"Eine Gefährdung für die Bevölkerung der Stadt und des Landkreises Cuxhaven besteht nicht", erklärten Landrat Kai-Uwe Bielefeld und Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer (SPD). "Der Personenkreis, der für die behördliche Abwicklung der Ausschiffung an Bord gegangen ist, ist genau abgrenzbar und war mit persönlicher Schutzausrüstung ausgestattet." dpa/Marcel Kusch/dpabild Eine Krankenpflegerin arbeitet in Schutzkleidung.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 32.123 (1403 Todesfälle)
  • Bayern: 42.916 (1886 Todesfälle)
  • Berlin: 5936 (152 Todesfälle)
  • Brandenburg: 2921 (148 Todesfälle)
  • Bremen: 859 (30 Todesfälle)
  • Hamburg: 4820 (163 Todesfälle)
  • Hessen: 8393 (362 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 695 (18 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 10.306 (457 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 33.034 (1261 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 6096 (173 Todesfälle)
  • Saarland: 2592 (138 Todesfälle)
  • Sachsen: 4677 (163 Todesfälle)
  • Sachsen-Anhalt: 1572 (44 Todesfälle)
  • Schleswig-Holstein: 2709 (110 Todesfälle)
  • Thüringen: 2323 (93 Todesfälle)

Gesamt: Stand 01.05., 19.58 Uhr, 161.972 (6601 Todesfälle)

Vortag: Stand 30.04., 19.57 Uhr, 160.576 (6401 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 126.900

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 0,79 (Stand 1.5.)

Alle weiteren Meldungen zum Coronavirus im News-Ticker:

Merkel: Corona-Impfstoff muss für alle zur Verfügung stehen

10.41 Uhr: Sobald es einen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt, muss dieser nach dem Willen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) allen Menschen zur Verfügung stehen. Es gehe darum, "wie wir für alle Menschen auf der Welt Impfstoffe entwickeln, Medikamente und gute Diagnosemöglichkeiten bereitstellen", sagte Merkel am Samstag in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. Die Kanzlerin äußerte sich im Vorfeld einer internationalen Geber-Videokonferenz zur Corona-Krise am Montag.

Deutschland ist einer der Gastgeber dieser Konferenz, zu der die EU-Kommission eingeladen hat und bei der finanzielle Mittel unter anderem für die Impfstoffforschung zusammenkommen sollen. "Heute fehlen für die Entwicklung eines Impfstoffes noch geschätzt etwa acht Milliarden Euro", sagte Merkel. Deshalb sei es wichtig, dass sich jetzt ein großes Bündnis dieser Arbeit verpflichte und sich möglichst viele Akteure auch mit finanziellen Beiträgen engagierten. Dies solle auch für die Entwicklung und Herstellung von Medikamenten ermöglichen.

"Deutschland wird sich mit einem deutlichen finanziellen Beitrag beteiligen", kündigte Merkel an. "Es gehört zu den vornehmsten Aufgaben, Millionen von Menschenleben zu retten auf dieser Welt", betonte die Kanzlerin. Deutschland wolle dabei eng mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammenarbeiten, die in dieser Frage eine Schlüsselrolle habe. Wichtig sei, "dass ein Impfstoff allen Menschen zugutekommt, wenn er einmal entwickelt wurde" und dass auch Medikamente und Diagnosemöglichkeiten "möglichst vielen zugutekommen". Daher müssten diese in großen Mengen produziert werden können.

"Wir setzen darauf, dass uns nur gemeinsames Handeln, internationales multilaterales Handeln diese Pandemie überwinden lässt“, sagte Merkel weiter. Da sich das Coronavirus weltweit ausbreite, lasse sich die Krankheit "nicht national, sondern nur gemeinsam bekämpfen".

Remdesivir erhält in den USA Sonderzulassung gegen Coronavirus

08.22 Uhr: Die USA erlauben den begrenzten Einsatz des Wirkstoffs Remdesivir bei Covid-19-Patienten in Krankenhäusern. Die Ausnahmegenehmigung sei angesichts der Coronavirus-Pandemie "in Lichtgeschwindigkeit" zustande gekommen, sagte der Chef der Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde Stephen Hahn am Freitag im Weißen Haus. Eine klinische Studie hatte zuvor gezeigt, dass der ursprünglich für Ebola entwickelte Wirkstoff bei Covid-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung um mehrere Tage verkürzen kann. Der Chef des Arzneimittelherstellers Gilead, Daniel O'Day, erklärte, das Unternehmen werde US-Behörden 1,5 Millionen Dosen Remdesivir spenden.

Corona-Krise: Proteste in Kalifornien

07.29 Uhr: In Kalifornien haben tausende Menschen für eine Lockerung der wegen der Corona-Pandemie verhängten Ausgangsbeschränkungen demonstriert. Es gab am Freitag Proteste in mindestens elf Städten des US-Bundesstaats, darunter die Hauptstadt Sacramento sowie San Francisco, Los Angeles und San Diego. Die Proteste richteten sich auch gegen die Entscheidung von Gouverneur Gavin Newsom, einige Strände zu schließen.

Die meisten Demonstranten, die in Sprechchören "Öffnet Kalifornien" und "Freiheit" riefen, trugen keine Schutzmasken und hielten sich nicht an die Abstandsregeln. Einige schwenkten US-Flaggen und warben mit dem Slogan "Trump 2020" auch für eine Wiederwahl von Präsident Donald Trump bei der Wahl im November. AFP

In Los Angeles, wo sich hunderte Demonstranten vor dem Rathaus versammelten, verhinderte die Polizei Zusammenstöße mit Gegendemonstranten.

In Huntington Beach, gut 50 Kilometer südlich von Los Angeles, gingen tausende Menschen gegen die Schließung der dortigen Strände auf die Straße. "Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat", sagte die Demonstrantin Monica Beilhard. Die Schließung der Strände sei "überflüssig und unnötig" gewesen.

Gouverneur Newsom sagte am Freitag bei einer Pressekonferenz, er könne die Forderungen der Demonstranten verstehen. Er forderte die Kalifornier aber auf, weiter zu Hause zu bleiben und sich an die Ausgangsbeschränkungen zu halten.

Die USA sind das Land mit der höchsten Zahl nachgewiesener Corona-Infektionen und Todesfälle weltweit. Mehr als 64.000 Menschen starben dort bislang an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. In Kalifornien, dem bevölkerungsreichsten Bundesstaat, wurden bislang 2100 Todesfälle gemeldet.

Am Donnerstag waren bei einer Demonstration für ein Ende der Corona-Beschränkungen im US-Bundesstaat Michigan dutzende Demonstranten in das Parlamentsgebäude in Lansing eingedrungen. Sie waren teilweise bewaffnet. In Lansing und anderen US-Städten hatte es bereits im April Protestaktionen gegen die Ausgangsbeschränkungen gegeben – mit Rückendeckung von Präsident Trump. AFP

1400 neue positive Corona-Tests in Deutschland – jetzt mehr als 6.600 Tote

20.04 Uhr: Die Zahl der bestätigten Corona-Neuinfektionen ist in Deutschland innerhalb der vergangenen 24 Stunden um 1.396 auf jetzt 161.972 Fälle gestiegen. Das geht aus den täglich veröffentlichten Daten der Gesundheitsämter der 16 Bundesländer hervor – nur aus Bremen werden am heutigen 1. Mai keine neuen Zahlen gemeldet.

Dazu zählt das Land 200 weitere Corona-Todesopfer. Insgesamt sind in Deutschland nun 6.601 Menschen an den Folgen der Lungenkrankheit verstorben. Insgesamt bestätigt sich damit der Trend aus den vergangenen Tagen, an denen die Zahl der Neuinfektionen oft rund um 1500 lag und die Zahl der hinzukommenden Todesfälle häufig zwischen 150 und 210.

Weitere Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen in Österreich

19.15 Uhr: Österreich setzt einen neuen Schritt bei seinem Lockerungs-Kurs in der Corona-Krise. Von Samstag an dürfen alle Geschäfte sowie viele Dienstleistungsbetriebe wie Friseure wieder öffnen. Es gelten diverse Vorschriften. So soll möglichst ein Mindestabstand von einem Meter eingehalten und ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Die Zahl der erlaubten Kunden wurde auf einen Kunden pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche festgelegt.

In einem ersten Schritt waren am 14. April alle Bau- und Gartenmärkte sowie kleine Geschäfte geöffnet worden. Da die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus dennoch sehr niedrig blieb, hielt die Regierung an der Öffnung aller Geschäfte zum 2. Mai fest. Als nächste Schritte sind die Öffnung der Lokale und Restaurants Mitte Mai sowie der Neustart der Hotels Ende Mai geplant.

In Österreich sind derzeit nur noch etwa 2000 Menschen am Coronavirus erkrankt. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen bewegt sich im zweistelligen Bereich. Tausende Betten für mögliche Covid-19-Patienten stehen leer. Die Regierung sieht diese Bilanz als Erfolg ihrer frühen und strikten Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus. Die Ausgangsbeschränkungen setzten am 16. März ein und galten bis 30. April.

ZDF-Team in Berlin von 15-köpfiger Gruppe angegriffen – vier Verletzte in Klinik

18.41 Uhr: Ein Kamerateam ist am 1. Mai-Feiertag in Berlin-Mitte angegriffen worden. Vier Menschen kamen nach ersten Erkenntnissen verletzt ins Krankenhaus, wie Polizeisprecherin Sara Dieng am Freitag sagte. Es habe sich um ein Kamerateam des ZDF gehandelt. Sechs Menschen seien festgenommen worden. Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauerten an.

Die Polizei berichtete nach ersten Erkenntnissen, es sei zu einem körperlichen Übergriff auf das Kamerateam mit insgesamt sieben Personen gekommen. Sie seien durch eine etwa 15-köpfige Personengruppe angegriffen worden, hieß es zunächst.

"Ischgl von Berlin"? Hunderte Demonstranten ohne Abstand – Polizei riegelt Straße ab

18.35 Uhr: FOCUS-Online-Reporter Ulf Lüdeke ist in Berlin unterwegs, wo zur verbotenen Demonstration "Revolution 1. Mai Berlin" aufgerufen wurde. Tatsächlich sind dem Aufruf etliche Hundert, wenn nicht gar Tausend Menschen nachgekommen, von Sicherheitsabstand keine Spur. Die Polizei hat den Bereich um den Heinrichplatz auf der Oranienstraße abgeriegelt. Hubschrauber kreisen über Berlin-Kreuzberg. Die Beamten greifen bisher nicht ein. Die Polizei hatte zuvor vor einem "Ischgl in Berlin" gewarnt – aus Sorge, hier könnte sich das Virus ähnlich ausbreiten wie im österreischischen Ski-Mekka vor einigen Wochen. FOCUS Online/Ulf Lüdeke

Komoren bestätigen als eins der letzten Länder ersten Corona-Fall

17.38 Uhr: Als eins der letzten Länder der Welt hat der Inselstaat der Komoren den ersten Fall von Covid-19 bestätigt. Es handele sich um einen 50-Jährigen, der mit einem erkrankten französisch-komorischen Staatsbürger in Kontakt gekommen sei, teilte der Präsident des Staates im Indischen Ozean, Azali Assoumani, am Donnerstag mit.

Die panafrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC bestätigte den Fall. Bereits vor dem ersten Fall hatte der Inselstaat vor der Ostküste Afrikas Covid-Restriktionen eingeführt, etwa eine Ausgangssperre von abends bis morgens.

Somit gibt es auf der Welt nur noch wenige Länder ohne bestätige Covid-Erkrankungen, darunter der kleine südafrikanische Staat Lesotho als letztes Corona-freies Land in Afrika.

Hunderte Touristen noch auf Malediven gestrandet – auch Deutsche

14.57 Uhr: Knapp Tausend Touristen, darunter auch mehrere Deutsche, sind immer noch auf den Malediven gestrandet. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von der Tourismusbehörde des Inselstaates. Rund 180 dieser Urlauber hätten zeitweise am Flughafen ausgeharrt und auf Flüge Richtung Heimat gehofft. Da es zurzeit aber nur Evakuierungsflüge gebe, hätten sie maledivische Behörden in einem Hotel untergebracht – kostenlos. «Es wäre schlecht für unser Image, wenn wir sie hätten rumsitzen lassen», sagte der Direktor der Tourismusbehörde, Mohamed Hassan. In das Hotel hätten sie auch einige Touristen gebracht, die sich teure Hotels inzwischen nicht mehr leisten könnten. Philipp Herder/dpa

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte, dass sich derzeit noch eine niedrige zweistellige Zahl von Deutschen auf den Malediven befinde. Die meisten von ihnen hielten sich dort aber längerfristig auf. Aus den Malediven habe es im Rahmen der Rückholaktion für gestrandete Deutsche zwei Ausreisemöglichkeiten gegeben – eine auf einem Charterflug der Reiseveranstalter im März und eine auf einem von der Bundesregierung gecharterten Sonderflug aus Sri Lanka im April. Insgesamt seien rund 85 Deutsche ausgeflogen worden.

Russlands Infizierten-Zahl schießt in die Höhe

14.18 Uhr: Russland hat seine bislang höchste Zahl an Corona-Neuinfektionen bekannt gegeben. Das vermeldete am Freitag einen Anstieg der Infektionen um fast 8000 auf 114.431. Die Zahl der Toten stieg auf 1169.

Auch Russlands Regierungschef Michail Mischustin hat sich mit dem Coronavirus infiziert und seine Amtsgeschäfte vorläufig niedergelegt. Er begebe sich in Selbstisolation, sagte der 54-Jährige am Donnerstagabend in Moskau. Das Staatsfernsehen übertrug eine entsprechende Videoschalte des Ministerpräsidenten mit Kremlchef Wladimir Putin. Der Präsident äußerte die Hoffnung auf eine rasche Genesung Mischustins. Vize-Regierungschef Andrej Beloussow (61) soll nunmehr die Aufgaben Mischustins übernehmen. Putin ernannte ihn vorübergehend per Erlass zum Ministerpräsidenten. dpa/Dmitry Astakhov/Pool Sputnik Government/AP/dpa Der russische Ministerpräsident Michail Mischustin hat sich mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert.

Der Arbeit des Krisenstabs müsse weitergehen, hieß es. Kremlsprecher Dmitri Peskow betonte, dass der Politiker nach seiner Genesung wieder auf seinen Posten zurückkehren solle. Dass die Bürger quasi in Echtzeit über einen Krankheitsfall in der Staatsführung informiert werden, hat Seltenheitswert in Russland. Mischustin war bislang Russlands wichtigster Manager im Kampf gegen die Corona-Krise. In der russischen Hauptstadt gelten seit Wochen sehr strenge Ausgangssperren für Bürger wegen der Pandemie. Politiker allerdings bewegen sich frei und arbeiten weiter in ihren Büros.

Polizei hat Sorge vor dem "Ischgl von Berlin"

13.39 Uhr: Die Polizei will am 1. Mai mit einem Großaufgebot die Corona-Einschränkungen in der Hauptstadt durchsetzen und größere Menschenansammlungen konsequent auflösen. Der Tag stehe ganz im Zeichen des Infektionsschutzes, kündigte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) an. Demonstrationen dürften nicht "zum Ischgl von Berlin werden", hatte der SPD-Politiker betont. Bei Partys in dem österreichischen Skiort hatten sich zahlreiche Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert und weitere Menschen angesteckt.

Etwa 5000 Polizisten werden am Freitag im Einsatz sein; 1400 davon sollen aus anderen Bundesländern und von der Bundespolizei kommen. Rund 20 Versammlungen mit jeweils bis zu 20 Teilnehmern wurden laut Geisel genehmigt. Die Teilnahme an nicht genehmigten Demonstrationen sei derzeit eine Straftat.

Am Abend des 1. Mai wollten linke und linksradikale Gruppen statt der üblichen großen Demonstrationen in Kreuzberg spontane Protestaktionen veranstalten. Zu den Ankündigungen sagte der Innensenator: "Wir sind vorbereitet."

Die Polizei werde mit Augenmaß vorgehen, "sie wird verhältnismäßig vorgehen, aber sie wird auch konsequent vorgehen", hatte Geisel im Parlament bekräftigt. Die in den Vorjahren praktizierte Politik der ausgestreckten Hand und Deeskalation durch die Polizei wird laut Geisel nicht so einfach funktionieren.

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