Nachteulen sind offenbar anfälliger für Herzkrankheiten und Diabetes

Während die einen schon am frühen Morgen topfit aus den Federn springen, kommen die anderen nur schwer aus dem Bett. Wir alle haben eine innere Uhr – doch bei manchen beginnt der Tagesrhythmus früher als bei anderen. Forschende haben nun herausgefunden, dass Nachteulen ein höheres Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.

Der Tag-Wach-Rhythmus des Menschen wird durch das Tageslicht und das Einsetzen der Dunkelheit bestimmt. Doch jeder Mensch hat auch einen eigenen Chronotypen, der beeinflusst, wann am Tag er hungrig, am aktivsten ist und wann er müde wird. Unter den Menschen gibt es zwei Exterme die Lerchen, die Frühaufsteher, und die Eulen, der Spättyp. Die meisten Menschen liegen aber dazwischen. Der Chronobiologie Till Roenneberg von der Ludwig-Maximilians-Universität München bezeichnet diese als Tauben.

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Nachteulen werden erst spät abends müde

Bei den Frühaufstehern schüttet der Körper schon viel früher am Tag das Schlafhormon Melatonin aus, was sie früh müde macht und in die Betten treibt. Bei den Nachteulen hingegen setzt der Körper erst in den späten Abendstunden oder der frühen Nacht viel Melatonin frei – sie werden also erst sehr spät müde.

US-Forschende haben nun untersucht, wie sich der Chronotyp auf das Risiko für chronische Krankheiten auswirkt. Dazu haben die Wissenschaftler:innen 51 Proband:innen mittels Fragebogen in Lerchen und Eulen eingeteilt. 24 von ihnen waren Frühaufsteher und 27 Teilnehmende Spättypen. Alle Proband:innen hatten keine Herzgefäß-Erkrankung, litten nicht unter Typ-2-Diabetes, hatten keine Fettleber, bewegten sich im Alltag wenig und rauchten nicht. Die Proband:innen waren durchschnittlich zwischen 54 und 55 Jahre alt. Alle Teilnehmenden hatten das metabolische Syndrom. Dabei treten Übergewicht und Bluthochdruck auf.

Die Teilnehmenden aßen während des Experiments das Gleiche und fasteten über die Nacht. Über eine Woche lang analysierten die Forschenden auch ihre Aktivitäten. Es wurden dabei Daten zu Kohlenhydrat- und Fettverbrennung gesammelt sowie die Insulinwerte gemessen.

Unterschiede im Stoffwechsel bei Frühaufstehern und Spättypen

Die Ergebnisse: Die Nachteulen bewegten sich weniger als die Lerchen und hatten auch weniger Ausdauer. Die Forschenden stellten auch einen Unterschied im Stoffwechsel der unterschiedlichen Chronotypen fest: Die Spättypen verbrannten weniger Fett – während Aktivitäten und im Ruhemodus. Und die Nachttypen waren eher insulinresistent. Das bedeutet, dass die Körperzellen nicht mehr so gut auf das Hormon reagieren. Es ist eine der wesentlichen Ursachen der Typ-2-Diabetes.

Die Eulen nutzen eher Kohlenhydrate als Energiequelle und die Lerchen haben eine bessere Fettverbrennung. Diese Ergebnisse deuten laut den Forschenden auf ein höheres Risiko von Spättypen für Herzkrankheiten und Diabetes Typ-2 hin.

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Andere Zeitstrukturen könnten Gesundheitsrisiken minimieren

Dr. Phyllis Zee, Leiterin des Zentrums für Schlafmedizin an der Northwestern University Feinberg School of Medicine in Chicago, sagte gegenüber "CNN", dass die Studie das bisherige Wissen gut ergänze. Sie hat nicht an der Studie mitgearbeitet. Zahlreiche Nachweise deuten darauf hin, dass das Risiko von Langschläfern für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen höher ist. Diese Mechanismen haben laut der Phyllis Zee einen Einfluss: Schlafverlust, Störungen des Biorhythmus, Essen später am Tag und wenig Morgenlicht und mehr Abendlicht ausgesetzt zu sein. Sie alle wirken sich negativ auf die Insulinempfindlichkeit aus.

Studienautor Steven Malin von der Rutgers University in New Jersey erklärt, dass ein gestörter Biorhythmus bei Erwachsenen vor allem durch die Arbeitszeiten entstehe. "Wenn eine Person eine Eule ist, zieht sie es vielleicht vor, später ins Bett zu gehen, muss aber trotzdem früh aufstehen, um zur Arbeit zu gehen oder sich um die Kinder zu kümmern. Dies kann sie dazu zwingen, nicht mir ihrer inneren Uhr im Einklang zu sein", sagte Steven Malin gegenüber dem "Guardian". Würden Zeitstrukturen gefördert, die besser zum natürlichen Rhythmus der Menschen passen, könnte dies Gesundheitsrisiken senken.

Warum genau Eulen offenbar ein höheres Risiko für chronische Krankheiten haben, muss noch weiter erforscht werden.

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