Mehr als 2000 Neu-Infektionen in Deutschland – Zahl der neuen Todesfälle unter 200

Die Coronavirus-Pandemie hält die Welt weiterhin in Atem: Deutlich mehr als zwei Millionen Menschen sind bereits weltweit mit dem neuartigen Virus infiziert – 154.150 davon in Deutschland. Alle Meldungen zur Corona-Krise und dem Kampf gegen die Verbreitung des Virus finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

  • Die Länder-Übersicht in der Live-Karte zum Virus-Ausbruch und das Covid-19-Radar mit Zahlen und Fakten

Lockerungen von US-Staaten gehen selbst Trump zu weit

Topmeldungen (18.22 Uhr): In den USA brodelt ein Richtungsstreit über die weiteren Schritte in der Krise. Es liegt in der Hand der Gouverneure, endgültig über Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen zu entscheiden. US-Präsident Donald Trump appellierte am Samstagabend (Ortszeit) auf Twitter, dabei vorsichtig und mit Verstand vorzugehen. Er schrieb aber auch: "Denken Sie daran, dass die Heilung nicht schlimmer sein kann als das Problem selbst." dpa/Alex Brandon/AP/dpa Donald Trump bei einer der Pressekonferenzen im Weißen Haus zum Coronavirus.

Im südlichen Bundesstaat Georgia konnten mittlerweile etwa Nagelstudios und Friseure wieder öffnen. Sogar Trump, der die Wirtschaft lieber früher als später zur Normalität zurückführen will, befand dies als "zu früh". Die Bürgermeisterin der dortigen Hauptstadt Atlanta, Keisha Lance Bottoms, rief die Bürger am Samstag per Twitter auf, weiterhin zu Hause zu bleiben. "Wenn Sie gerade ihre Nägel gemacht bekommen, teilen Sie diese Zahlen von heute Mittag bitte mit ihrem Maniküristen", schrieb sie. Dazu stellte sie eine Tabelle mit Todes- und Infektionszahlen aus Georgia und weltweit. Richtlinien des Weißen Hauses sehen vor, dass Fallzahlen vor entscheidenden Lockerungen über 14 Tage abnehmen müssen. Das ist in Georgia noch nicht der Fall.

Auch im US-Bundesstaat Oklahoma dürfen kleine Läden wie Nagelstudios und Friseure wieder eröffnen, in Alaska wurden die Beschränkungen für Restaurants ebenfalls aufgehoben.

26-Jähriger stirbt in Essen an Folgen des Coronavirus

Topmeldung (18.35 Uhr): Bisher trifft es in der Corona-Krise fast ausschließlich ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen. Jetzt berichtet die „WAZ“ über den Fall eines 26-Jährigen in Essen, der am Sonntag an den Folgen des Coronavirus gestorben ist. Der Mann war Anfang April in die Uni-Klinik Essen eingeliefert worden und hatte laut Angaben der Stadt „keine nennenswerten Vorerkrankungen“. Details sind zu seinem Krankheitsverlauf sind nicht bekannt, der Mann, der keiner Risikogruppe angehörte, starb jedoch nachweislich an einer Corona-Infektion. Es ist der erste Fall eines derzeit jungen Opfers in Essen.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 30.739 (1237 Todesfälle)
  • Bayern: 40.951 (1584 Todesfälle)
  • Berlin: 5607 (113 Todesfälle)
  • Brandenburg: 2738 (125 Todesfälle)
  • Bremen: 740 (27 Todesfälle)
  • Hamburg: 4589 (139 Todesfälle)
  • Hessen: 7796 (301 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 671 (16 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 9849 (390 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 31.460 (1084 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 5831 (146 Todesfälle)
  • Saarland: 2496 (122 Todesfälle)
  • Sachsen: 4507 (147 Todesfälle)
  • Sachsen-Anhalt: 1500 (37 Todesfälle)
  • Schleswig-Holstein: 2612 (95 Todesfälle)
  • Thüringen: 2064 (71 Todesfälle)

Gesamt: Stand 25.04., 19.39 Uhr, 154.150 (5634 Todesfälle)

Stand vom Vortag: Stand 24.04., 19.59 Uhr, 152.366 (5454 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 109.800

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 0,9 (Stand 25.04.)

Alle weiteren Meldungen zum Coronavirus im News-Ticker:

  • So viel müssen Sie jetzt in Ihrem Bundesland zahlen, wenn Sie keine Maske tragen 
  • Drosten: Müssen mit Zunehmen der Infekte auf „nicht mehr erträgliches Maß“ rechnen 
  • Helden in der Krise finden: #CoronaCare – eine Aktion von FOCUS Online und BurdaForward
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BadenWürttemberg will künftig auch symptomfreie Menschen auf Coronavirus testen

18.49 Uhr: Entgegen der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) will Baden-Württemberg künftig auch Menschen auf das Coronavirus testen, die keine entsprechenden Symptome haben. Untersucht werden sollen nun "auch Menschen ohne Symptome, die aber in engem Kontakt zu Infizierten stehen oder zuletzt gestanden sind", erklärte Landesgesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Sonntag. "Einen deutlichen Schwerpunkt der Testungen setzen wir auf Personen, die in Krankenhäusern oder der stationären Pflege arbeiten."

"Eine deutliche Ausweitung der Corona-Tests" sei eine "sehr wirksame Methode", um die Pandemie unter Kontrolle zu halten, erklärte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. "Deshalb haben wir uns entschieden, künftig noch mal deutlich mehr Bürgerinnen und Bürger als bisher auf das neuartige Virus testen zu lassen." dpa/Stefan Puchner/dpabild Winfried Kretschmann (Grüne), Ministerpräsident von BW.

Die Landesregierung sprach von einer "bundesweit einmaligen Strategie". Sie ignoriert damit allerdings die Fachmeinung des RKI: "Tests bei asymptomatischen Personen werden nicht empfohlen", heißt es dort.

Die Laborkosten für Tests bei Menschen ohne Symptome werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. In Baden-Württemberg wird den Angaben zufolge das Land dafür aufkommen, "bis der Bund die Finanzierung geregelt hat".

Italien meldet geringsten Anstieg der Todeszahlen seit vielen Wochen

18.08 Uhr: Italien meldet den geringsten Anstieg der Todeszahlen seit Mitte März. In den vergangenen 24 Stunden starben 260 Menschen durch das Coronavirus. Italien will derweil mit den angekündigten Lockerungen der Corona-Sperren in der Wirtschaft beginnen. Mit Vorrang sollen Branchen wieder anlaufen, die für den Export wichtig sind, und die Arbeit auf dem Bau. Dies kündigte Ministerpräsident Giuseppe Conte in der Zeitung "La Repubblica" an. Die 60 Millionen Bürger erhalten vom 4. Mai an nicht gleich ihre volle Bewegungsfreiheit zurück. Italiens Schulen bleiben bis zu den Sommerferien dicht. Sie öffnen erst im September wieder.

Coronavirus-Epidemie: Singapur wird zum Sorgenkind Asiens

17.42 Uhr: Der einstige Corona-Musterschüler Singapur hat erneut einen sprunghaften Anstieg der Neu-Infektionen verzeichnet. Die Zahl stieg laut Gesundheitsministerium um 931 – am Vortag waren es noch 618 gewesen. Der Stadtstaat, in dem 5,7 Millionen Menschen leben, hat mittlerweile eine der höchsten Infektionsraten in Asien. 13.624 Infizierte gibt es inzwischen.

Die meisten neuen Fälle in Singapur traten dem Gesundheitsministerium zufolge erneut bei den ausländischen Arbeitern auf. Rund 300.000 von ihnen leben laut Schätzungen in Gemeinschaftsunterkünften. Dort ist das Ansteckungsrisiko hoch.

Kretschmer und Haseloff stimmen mögliche Corona-Lockerungen ab

16.39 Uhr: Die Regierungschefs von Sachsen und Sachsen-Anhalt wollen mit gemeinsamen Forderungen in die weiteren Beratungen mit Bund und Ländern über mögliche Corona-Lockerungen gehen. Michael Kretschmer und Reiner Haseloff (beide CDU) stimmten am Sonntag in Halle entsprechende Punkte für ein Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den anderen Länderchefs am 6. Mai ab.

Die Ministerpräsidenten sprechen sich unter anderem dafür aus, bei der Wiederöffnung von Geschäften von der 800-Quadratmeter-Regel abzurücken. Größere Geschäfte sollten öffnen können, wenn sie Konzepte zur Steuerung der Besucherströme haben. Haseloff sagte, man müsse über Quadratmeter pro Kunde und einen kontrollierten Zugang reden. "Wir brauchen eine bundesweit praktizierte Lösung", sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident. dpa/Thierry Monasse/dpabild Michael Kretschmer und Reiner Haseloff (l-r).

Sachsens Regierungschef Kretschmer bekräftigte, dass auch die Gastronomie langsam wieder in Gang kommen solle. Man könne über schrittweise Lockerungen nachdenken, zum Beispiel indem man erst Außenbereiche öffne. Als Termin peile er dafür einen Zeitraum zwischen Himmelfahrt und Pfingsten an, sagte Kretschmer.

Trotz Ausgangsbeschränkungen: Hunderte Menschen versammeln sich an öffentlichen Plätzen

15.51 Uhr: Das gute Wetter zieht die Deutschen wieder ins Freie. Trotz weiterhin geltender Ausgangsbeschränkungen haben sich am Samstag dutzende Menschen an der Münchner Isar versammelt. Bilder zeigen, dass es vereinzelt am Isarufer sehr eng zuging. Die Polizei war mit Aufgebot vor Ort, um die Lage im Blick zu behalten. FOL Die Polizei kontrolliert die Lage an der Münchner Isar. FOL Dutzende Menschen versammelten sich am Samstag am Münchner Isarufer.

Auf dem Münchner Gärnterplatz haben sich am Freitagabend unterdessen rund 200 Menschen versammelt. Ob es sich dabei um ein verabredetes Treffen handelte, konnte ein Sprecher der Polizei am Samstag nicht sagen. Mit dem Eintreffen der ersten Streife verließen einige Personen bereits den Platz, wie es hieß. Anwohner hatten die Menge an Menschen ebenfalls gemeldet. Mit Verstärkung kontrollierten die Beamten die Anwesenden, die mal zu zweit oder in größeren Gruppen zusammenstanden. „Alle waren sehr einsichtig“, sagte der Sprecher. Strafen seien nicht verhängt worden. Nach den Hinweisen der Polizisten habe sich der Platz geleert. 

Ein ähnliches Bild zeigte sich bereits am vergangenen Donnerstag am Hamburger Elbstrand. Dort saßen hunderte Menschen trotz Corona-Regeln dicht an dicht. Auch viele Grüppchen waren zu erkennen. Insgesamt verzeichnet die Hamburger Polizei jeden Tag etwa 150 bis 300 Verstöße gegen das Kontaktverbot.

In Berlin hat die Polizei ihre Kontrollen zuletzt verstärkt. Am Freitag schlossen Beamte zum Beispiel einen beliebten Markt im Stadtteil Kreuzberg. „Wenn auf dem Wochenmarkt am Maybachufer nicht nur das Obst & Gemüse sondern auch die Menschen kaum Abstand haben, man vor dem Eingang dicht an dicht auf Einlass wartet & unsere Lautsprecherdurchsagen nur wenig helfen, dann bleibt keine Wahl“, twitterten die Beamten am späten Nachmittag.

Dabei rufen Virologen nach wie vor dazu auf, Abstand zu anderen Personen zu halten, um so das Virus einzudämmen.

Es gibt jedoch auch positive Nachrichten: Nach dem ersten Samstag seit Lockerung der Corona-Vorgaben zog die Stadt Düsseldorf eine weitgehend positive Bilanz. Das Ordnungsamt habe keine größeren Verstöße gegen das coronabedingte Abstandsgebot festgestellt, teilte ein Stadtsprecher mit.

Behörden testen alle 450 Bewohner eines Hochhauses auf Corona

15.01 Uhr: Weil zwei Familien immer wieder gegen die angeordnete Corona-Quarantäne verstoßen haben, werden in Grevenbroich bei Düsseldorf alle 450 Bewohner eines Hochhaus-Komplexes auf das Virus getestet. 115 Mitarbeiter von Gesundheitsamt und Rotem Kreuz begannen am Sonntag mit den Tests, wie ein Sprecher des Rhein-Kreises Neuss sagte. Die Tests sind für die Bewohner freiwillig – wer sich allerdings nicht testen lässt, muss vorsorglich 14 Tage in Quarantäne bleiben. Bis die Ergebnisse in etwa zwei Tagen vorliegen, darf keiner der Bewohner das Grundstück verlassen.

Zwei Familien in dem Hochhaus hätten trotz nachgewiesener Corona-Infektionen ihre Quarantäne verlassen. Erwachsene und Kinder aus den Familien hätten weiter Kontakt mit Nachbarn gehabt. FOCUS Online

Corona-Krise: Italien startet Antikörper-Test mit 150.000 Menschen

14.58 Uhr: Italien möchte mit Antikörpertests an zunächst 150.000 Menschen die Dunkelziffer der Corona-Infizierten bestimmen. Die Studie soll ab dem 4. Mai stattfinden. Das geht aus einem Beschluss hervor, den die Regierung in Rom am Wochenende verabschiedet hat. Der für die Coronavirus-Krise zuständige Regierungskommissar Domenico Arcuri sagte am Samstag, es seien zahlreiche Anbieter von Tests gesichtet worden. Die Entscheidung sei nach wissenschaftlichen Kriterien gefallen, außerdem bekomme man die Test-Kits kostenlos. Auch in Deutschland plant die Regierung einen groß angelegten Test, kleinere Projekte sind bereits gestartet.

Derartige Tests sind wichtig, um herauszufinden, ob jemand bereits mit Corona infiziert war und dagegen Antikörper im Blut gebildet hat. So lässt sich der Kontakt mit dem Virus auch bei Menschen nachweisen, die kaum oder keine Symptome der Covid-19-Krankheit hatten. Sie wissen oft gar nichts von ihrer Infektion.

Für die Untersuchung hätten die italienischen Behörden mit Hilfe statistischer Daten Menschen ausgewählt, die für eine Stichprobe geeignet seien, erläuterte Arcuri. Der italienische Zivilschutz registrierte bisher fast 200 000 Menschen im Land, die bei einem Abstrich positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden waren. Experten gehen allerdings von einer sehr hohen Dunkelziffer von Fällen aus. Die Antikörper-Studie soll nun helfen zu verstehen, wie weit das Virus wirklich in der Bevölkerung verbreitet ist.

Es sind verschiedene Antikörpertests auf dem internationalen Markt. Deren Zuverlässigkeit müsse aber weiter geprüft werden, hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO unlängst erläutert. Qualitativ mangelhafte Tests könnten bei Menschen, die infiziert waren, keine Antikörper anzeigen. Und bei Menschen, die nicht mit dem Virus in Kontakt waren, könnten fälschlicherweise Antikörper angezeigt werden. Grundsätzlich unterstütze die WHO jedoch Tests, die Aufschluss über den Prozentsatz der betroffenen Bevölkerung geben.

China beschlagnahmt mehr als 89 Millionen mangelhafte Atemschutzmasken

13.22 Uhr: Die chinesische Regierung hat nach eigenen Angaben bislang mehr als 89 Millionen mangelhafte Atemschutzmasken beschlagnahmt. Bis Freitag gab es Inspektionen in rund 16 Millionen Unternehmen, wie eine Sprecherin des chinesischen Ministeriums für Industrie und Handel am Sonntag berichtete. Neben den Schutzmasken seien dabei rund 418.000 Schutzkleidungsprodukte sowie wirkungsloses Desinfektionsmittel mit einem Verkaufswert von insgesamt mehr als 7,6 Millionen Yuan (rund eine Million Euro) beschlagnahmt worden, hieß es weiter.

Es blieb zunächst unklar, wie viele der beschlagnahmten Waren für den Export bestimmt waren. Die weltweite Nachfrage nach Schutzausrüstung ist aufgrund der Corona-Pandemie enorm hoch, jedoch berichteten bereits mehrere Länder von Lieferungen mangelhafter Produkte aus China. 

Am Samstag verkündete die chinesische Regierung daher schärfere Regeln, um internationalen Qualitätsstandards gerecht zu werden – auch bei nicht-medizinischem Mundschutz. Exportunternehmen müssen demnach künftig eine schriftliche Erklärung einreichen, wonach ihre Produkte den Sicherheitsbestimmungen des Ziellandes entsprechen.

Mehrere Länder, darunter Spanien, Kanada, die Niederlande, Tschechien sowie die Türkei, hatten zuletzt hunderttausende minderwertige chinesische Schutzausrüstungsprodukte zurückgerufen. Offiziellen Angaben zufolge werden in China inzwischen pro Tag mehr als 116 Millionen Atemschutzmasken hergestellt, die Zahl der Hersteller ist demnach stark gestiegen.

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