Klinikversorgende Apotheken sollen Vorräte für die Intensivmedizin anlegen

Am vergangenen Donnerstag ist die „Verordnung zur Erhöhung der Bevorratung mit Arzneimitteln zur intensivmedizinischen Versorgung“ in Kraft getreten.  Das Bundesgesundheitsministerium hat daraufhin unter anderem die ABDA, die Verbände der Krankenhaus- und Versorgungsapotheker sowie die Deutsche Krankenhausgesellschaft gebeten, ihre Mitglieder zu informieren und zu bitten, ihre Vorräte sukzessive aufzustocken.

Am 8. Juli wurde die Verordnung zur Erhöhung der Bevorratung mit Arzneimitteln zur intensivmedizinischen Versorgung (ITS-Arzneimittelbevorratungsverordnung) im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die auf der temporären „Pandemie-Ermächtigungsgrundlage“ im Infektionsschutzgesetz beruhende Verordnung soll dazu dienen, die intensivmedizinische Versorgung von Patienten während der epidemischen Lage von nationaler Tragweite sicherzustellen. Ihr Regelungsgehalt ist überschaubar: Sie verpflichtet die Leiter von krankenhausversorgenden Apotheken und Krankenhausapotheken parenteral anzuwendende Arzneimittel mit 14 konkret benannten Wirkstoffen spätestes ab dem 31. Oktober in „ausreichender Menge“ vorrätig zu halten. Dies ist abweichend von den Vorgaben der Apothekenbetriebsordnung die Menge, „die mindestens dem durchschnittlichen Bedarf der intensivmedizinischen Abteilungen des versorgten Krankenhauses für drei Wochen entspricht“. Diese Verpflichtung zu diesem Zusatz-Vorrat endet, wenn der Deutsche Bundestag feststellt, dass keine epidemische Lage mehr vorliegt, spätestens jedoch am 31. März 2021.

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Krankenhausapotheken sollen ihre Vorräte aufstocken

Am 9. Juli trat die Verordnung in Kraft – am selben Tag schrieb das Bundesgesundheitsministerium (BMG) den Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker, die Deutschen Krankenhausgesellschaft, den Bundesverband der Versorgungsapotheker (BVVA) und der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) an. Die Bitte: Sie mögen ihre Mitglieder zum Inkrafttreten der neuen Verordnung informieren und sie auffordern, bereits jetzt sukzessive mit der Erhöhung der Bevorratung zu beginnen. „Dies beugt im Falle erneut ansteigender Bedarfe kurzfristigen Lieferengpässen vor, gibt der Industrie die Möglichkeit, sich auf die steigende Nachfrage einzustellen und stellt die Erhöhung der Bevorratung zum Stichtag sicher“, schrieb der Leiter der BMG-Arzneimittelabteilung Thomas Müller.

Konkret handelt es sich um parenterale Arzneimittel mit folgenden Wirkstoffen:

  • Adrenalin, 
  • Amiodaron, 
  • Argatroban, 
  • Clonidin, 
  • Esmolol,
  • Heparine,
  • Meropenem,
  • Midazolam, 
  • Morphin, 
  • Noradrenalin,
  • Novaminsulfon,
  • Piperazillin/Tazobactam,
  • Propofol,
  • Sufentanil.

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