FFP3 und Mund-Nase-Schutz: Welche Masken es gibt und wie sie schützen

Kommt die Maskenpflicht für ganz Deutschland? Diese Frage wird derzeit in Politik und Öffentlichkeit diskutiert. Die Wissenschafts-Akademie Leopoldina etwa empfiehlt eine Maskenpflicht in Bus und Bahn. Länder wie Österreich oder deutsche Städte wie Jena haben schon eine Pflicht zum Tragen einer Schutzmaske oder Gesichtsbedeckung eingeführt. Auch jetzt schon tragen Menschen vielerorts hierzulande eine Schutzmaske, beispielsweise beim Einkaufen.

Doch Maske ist nicht gleich Maske. Es gibt die FFP2 und FFP3-Masken, den Mund-Nasen-Schutz und sogenannte „Community-Masken“ oder DIY-Masken, also selbst genähte Masken oder Behelfsmasken. Und jede dieser Masken hat andere Schutzeigenschaften. 

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Drei unterschiedliche Arten von Schutzmasken

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) unterscheidet dabei im Wesentlichen zwischen drei Arten von Masken: den „Community-Masken“, dem Mund-Nase-Schutz und „filtrierenden Halbmasken“.

„Community-Masken“:

Diese Masken sind laut BfArM nur für den privaten Gebrauch vorgesehen, da sie nicht als Medizinprodukt zugelassen sind. Die „Community-Masken“ hätten nicht die Normanforderungen beziehungsweise keine Nachweisverfahren durchlaufen. „Sie dürfen nicht als Medizinprodukte oder Gegenstände persönlicher Schutzausrüstung in Verkehr gebracht und nicht mit entsprechenden Leistungen oder Schutzwirkungen ausgelobt werden“, heißt es vom Institut.

Selbst genähte Mundschutz-Masken

Ebenso könnten sich Träger von selbst genähten Masken nicht darauf verlassen, dass diese einen selbst oder andere Menschen vor einer Übertragung des Coronavirus schützen. Für diese Masken sei keine entsprechende Schutzwirkung nachgewiesen worden. Dennoch: „Trotz dieser Einschränkungen können geeignete Masken als Kleidungsstücke dazu beitragen, die Geschwindigkeit des Atemstroms oder Tröpfchenauswurfs zum Beispiel beim Husten zu reduzieren und das Bewusstsein für ’social distancing‘ sowie gesundheitsbezogen achtsamen Umgang mit sich und anderen sichtbar zu unterstützen“, schreibt das BfArM auf seiner Internetseite. So könne ein Beitrag zur Reduzierung der weiteren Ausbreitung von Sars-CoV-2 geleistet werden.

Abstand halten und Hygienemaßnahmen seien aber nach wie vor der beste Schutz – auch mit Mund-Nase-Bedeckung. Wichtig sei auch der richtige Umgang mit DIY-Masken. Dazu gehörten etwa das regelmäßige Waschen bei höhen Temperaturen oder das gründliche Händewaschen nach Abnehmen der Schutzmaske. 

Eine Mitarbeiterin mit Schutzkleidung und Mund-Nase-Schutz

Mund-Nase-Schutz:

Die zweite Sorte Maske sind die sogenannten Mund-Nase-Schutze, abgekürzt MNS genannt. Sie ist uns besser bekannt als OP-Maske, da sie vor allem in Operationssälen getragen wird. Solche Masken sind laut BfArM getestet und zertifiziert. Diese Art Mundschutz diene vor allem dazu, andere vor einer Tröpfcheninfektion zu schützen, etwa bei der Behandlung von offenen Wunden. Den Träger selbst schütze sie aber nicht vor einer Infektion durch Tröpfchen oder Aerosole. „Sie können jedoch Mund- und Nasenpartie des Trägers vor einem direktem Auftreffen größerer Tröpfchen des Gegenüber schützen sowie vor einer Erregerübertragung durch direkten Kontakt mit den Händen.“

Nach Angaben des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sind solche OP-Masken vor allem für medizinisches und pflegendes Personal geeignet. Auch für den Privatgebrauch könne sie geeignet sein, „wenn man selbst glaubt, Erreger zu verbreiten“. Für den Selbstschutz würden die Hygienemaßnahmen und ein Abstand von 1,50 Meter zu anderen Menschen reichen. Außerdem seien diese Masken Einwegprodukte, die nach dem Tragen weggeworfen werden müssten. 

Ein Mann mit einer FFP-Maske

Filtrierende Halbmasken:

Die letzte Kategorie der Schutzmasken sind die „filtrierenden Halbmasken“, auch unter den Namen FFP2 und FFP3 bekannt. Die getesteten und zertifizierten Masken dienen vor allem dazu, den Träger vor einer Ansteckung zu schützen. Die Masken sind unterschiedlich designt und haben ein Ventil. Es gibt Schutzmasken mit und ohne Ausatemventil. „Masken ohne Ventil filtern sowohl die eingeatmete Luft als auch die Ausatemluft und bieten daher sowohl einen Eigenschutz als auch einen Fremdschutz. Masken mit Ventil filtern nur die eingeatmete Luft und sind daher nicht für den Fremdschutz ausgelegt“, heißt es beim BfArM.

Nach Angaben der DGUV sind Masken ohne Ventil vor allem für medizinisches und pflegendes Personal und für Rettungs­ und Einsatzkräfte geeignet, die sich vor einer Übertragung von Viren oder Bakterien schützen wollen. Mit einem Ausatemventil seien sie für alle nicht medizinischen Einsätze zum Schutz vor Stäuben und Aerosolen mit Viren und Bakterien geeignet. Im privaten Bereich würden die Hygienemaßnahmen ausreichen.

Der Vorteil dieser Atemschutzmasken: Bei korrekter Verwendung können sie laut DGUV „wenigstens 78 % der luftgetragenen Partikel und/oder Viren und Bakterien aus der Atemluft der tragenden Person“ herausfiltern. Außerdem könnten sie mehrere Stunden getragen oder wiederverwendet werden. 

RKI: Medizinische Masken nur für Gesundheitspersonal

Auch wenn Mund-Nase-Schutz und besonders FFP-Masken einen stärkeren Schutz bieten als selbst genähte Masken, so betont das Robert-Koch-Institut (RKI), dass diese Masken Mitarbeitern im Pflege- und Gesundheitswesen vorbehalten sein sollten, da der Schutz des Fachpersonals von „gesamtgesellschaftlich großem Interesse“ sei.

Debatte um Schutzmaßnahme

Stoffmasken gegen das Coronavirus: Wie gut sind sie wirklich?

Nach Auffassung des RKI können Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Leben dazu beitragen, die Ausbreitung von Covid-19 zu verlangsamen und Risikogruppen zu schützen, weshalb das Institut das Tragen solcher Masken „in bestimmten Situationen im öffentlichen Raum“ empfiehlt. Und auch bei der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) spricht man sich für einfache Mund-Nase-Schutze für aus. Wer angehustet werde und einen Mundschutz trage, „schützt sich vor dem größten Teil der Tröpfchen, die im Tuch oder Stoff hängen bleiben“, sagte Peter Walger, Vorstandssprecher der DGKH, Anfang April der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Selbst ein Schal schütze vor Tröpfchen. Nur ein kleiner Teil würde durch die Poren hindurchfinden, und das auch nur bei großer Nähe zum Hustenden.

Quellen: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), Robert-Koch-Institut, Nachrichtenagentur AFP

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