Fettleibigkeit im Teenageralter erhöht Risiko für Blutgerinnsel – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

Blutgerinnsel durch Adipositas – Männer schon als Teenager gefährdet

Fettleibigkeit im späten Teenageralter erhöht bei Männern das Risiko ein Blutgerinnsel (Thrombus) im Bein oder in der Lunge zu entwickeln. Dieses Risiko steigt sukzessive an und ist bei Männern am höchsten, die im Jugendalter schwer adipös waren.

Bei der aktuellen Untersuchung der University of Gothenburg wurde festgestellt, dass Männer mit einer Vorgeschichte von Fettleibigkeit in ihren späten Teenagerjahren im Erwachsenenalter einem höheren Risiko eines Blutgerinnsels (Thrombus) ausgesetzt sind. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Journal of Internal Medicine“ (JIM) veröffentlicht.

Auswirkungen von Adipositas als Teenager

Übergewicht und Fettleibigkeit sollten generell in jedem Alter vermieden werden, um die Entwicklung von vielen Erkrankungen zu verhindern. Dies gilt natürlich sowohl für Frauen als auch für Männer. Aber speziell Männer erhöhen ihr Risiko der Entstehung eines Blutgerinnsels (Thrombus) im Bein oder in der Lunge, wenn sie im späten Teenageralter unter Adipositas leiden. Dieses Risiko verstärkt sich mit zunehmender Fettleibigkeit und ist bei denjenigen am höchsten, die im Jugendalter schwer adipös waren.

Wie verbreitet ist die venöse Thromboembolie?

Ein Thrombus in einem Bein oder in der Lunge wird als venöse Thromboembolie bezeichnet. Dies ist eine der am häufigsten auftretenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter immer weiter an. Insgesamt sind fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung irgendwann im Laufe ihres Lebens von der Erkrankung betroffen. Die Krankheit ist potenziell tödlich, aber ihr Schweregrad variiert.

Woher stammten die ausgewerteten Daten?

Die aktuelle Studie basiert auf den Daten von 1.639.838 Männern, welche sich in den Jahren 1969 bis 2005 in Schweden zum Militärdienst gemeldet haben. Ihr Durchschnittsalter bei der Einberufung zum Militärdienst betrug etwas über 18 Jahre. Patienten- und Todesursachenregistern dieser Teilnehmer wurden für die Untersuchung analysiert.

Zusammenhang zwischen BMI und Thrombusrisiko

Während der Nachbeobachtungszeit mit einer mittleren Dauer von 28 Jahren wurde bei etwas mehr als einem Prozent (n=18.665) der Studienteilnehmer ein Blutgerinnsel im Bein oder in der Lunge festgestellt. Es zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen dem Body-Mass-Index (BMI) zum Zeitpunkt der Rekrutierung und dem späteren Thrombusrisiko, berichten die Forschenden.

Wie wirkte sich leichte Adipositas oder Übergewicht aus?

Ein sukzessiver Anstieg des Risikos für eine venöse Thromboembolie wurde auch in der Gruppe im mittleren und oberen Teil des normalen BMI-Bereichs (20 bis 25) beobachtet, verglichen mit dem unteren Teil des normalen Bereichs (18,5 bis 20). Danach stieg das Risiko in der Gruppe mit Adipositas und der Gruppe mit schwerer Adipositas, zu der mehr als 36.000 der Studienteilnehmer gehörten, noch weiter an.

Schwere Adipositas verfünffachte fast das Risiko für Blutgerinnsel

In der Gruppe von Männern mit Adipositas (BMI 30 bis 35) betrug das relative Risiko 2,93 – mehr als doppelt so hoch wie in der Referenzgruppe der Studie. Bei Personen mit schwerer Adipositas betrug das entsprechende relative Risiko sogar 4,95, was ein fast fünffaches Risiko für Blutgerinnsel in Bein oder Lunge während der Nachbeobachtungszeit bedeutete.

Einschränkungen früherer Untersuchungen

Bisher wurde der Zusammenhang zwischen venöse Thromboembolie und Adipositas vor allem in Bevölkerungsgruppen untersucht, in denen der BMI relativ spät im Leben gemessen wurde. Bis dahin haben die Teilnehmenden aber möglicherweise mit Adipositas zusammenhängende Krankheiten wie beispielsweise bestimmte Krebsformen entwickelt, die sich auch auf ihr Thrombusrisiko auswirken.

Risiko von Adipositas unterschätzt

Folglich besteht die Gefahr, dass das Risiko von Adipositas unterschätzt wird. Da Adipositas und schwere Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen leider immer häufiger auftreten, wird es zunehmend wichtiger, die damit verbundenen Langzeitrisiken genau zu untersuchen, berichten die Forschenden.

Ergebnisse treffen wahrscheinlich auch auf Frauen zu

Obwohl sich die aktuelle Studie nur auf Männer bezieht, sind die gefundenen Muster und Assoziationen nach Meinung der Forschungsgruppe bei Frauen wahrscheinlich ähnlich. Die Forschenden haben bereits früher Untersuchungen über Fettleibigkeit und andere Erkrankungen wie beispielsweise Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz und Kardiomyopathie durchgeführt. Bei diesen Studien wurden ähnliche Muster sowohl bei Männern als auch bei Frauen beobachtet. (as)

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