Erklär-Video: So werden Covid-19-Patienten auf der Intensivstation behandelt

Ein junger Mann erkrankt an Covid-19. Der 30-Jährige merkt davon zunächst wenig. Aber drei Tage nach dem positiven Testergebnis verschlechtert sich sein Gesundheitszustand zunehmend. Er leidet unter Fieber, Muskelschmerzen, Erbrechen und Durchfall. Er bekommt mehr und mehr Schwierigkeiten beim Luftholen. Die Ärzte entscheiden, der Mann ist ein Fall für die Intensivstation. Wie er in der Folge behandelt wird, ist in einem Video dokumentiert.

Das Institut für Klinische Anatomie und Zellanalytik der Medizinischen Fakultät Tübingen und Studenten haben diesen fiktiven Covid-19-Fall erfunden, die medizinischen Abläufe mit einem Schauspielpatienten nachgestellt und filmisch festgehalten. "Wie die Behandlung von Covid-19-Patienten auf der Intensivstation tatsächlich aussieht, ist für viele Menschen nur schwer vorstellbar", erklärt Michael Schlotterer, Bereichsleitung Pflege in der Anästhesie und Intensivmedizin. Gerade deswegen seien diese Bilder so eindrücklich und wertvoll.

Corona-Pandemie


Auf der Intensivstation – wo Ärzte um jeden Covid-19-Patienten kämpfen

Simulation des Ernstfalls

Für das Video wurde eine komplette Intensivstation nachgebaut, die Abläufe wurden realitätsgetreu nachgezeichnet. Das dazugehörige Drehbuch stammt aus der Feder von Studenten und Intensivmedizinern. Das vierköpfige Intensivteam intubiert den Patienten, es werden mehrere Zugänge gelegt. Daraufhin folgt die künstliche Sauerstoffanreicherung des Blutes durch ECMO-Therapie. Die Lungenfunktion des Patienten erholt sich. ECMO-Therapie wird meist angewandt, wenn alle anderen Maßnahmen ohne Erfolg blieben. 

Sehr viel häufiger werden Patienten maschinell beatmet. Im stern-Interview erklärte Intensivmediziner Uwe Janssens, ab wann das notwendig wird und erklärte: Nicht zu früh zu intubieren ist ein Credo, das bereits jungen Intensivmedizinern beigebracht wird", da jede invasive Beatmung mit Nebenwirkungen verbunden sei. Im ersten Schritt versuche man daher, Sauerstoff nichtinvasiv, also beispielsweise über die Nase, zuzuführen. Fällt allerdings die Sauerstoffsättigung im Blut dennoch weiter ab, wird die maschinelle Beatmung notwendig. So wie im fiktiven Fall des Tübinger Corona-Patienten. 

Hinweis: Sollte das Video bei Ihnen nicht angezeigt werden, können Sie es sich hier ansehen.

Das Lehrvideo soll zum einen Medizinstudenten aufzeigen, wie sie im Ernstfall reagieren können, aber auch der Aufklärung der Öffentlichkeit dienen – sachlich, informativ. Denn, so Helene Häberle, Leitende Oberärztin der Intensivstation: "Tägliche Neuinfektionen, verfügbare Intensivbetten, Anzahl der Beatmungsgeräte: In der Öffentlichkeit geht es häufig nur um diese harten Fakten."

Quelle: Universitätsklinikum Tübingen

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