Arzneimittelausgaben der Kassen steigen moderat

Die Gesetzliche Krankenversicherung hat im vergangenen Juni 2,9 Prozent mehr  für Arzneimittel ausgegeben als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Im bisherigen Halbjahresdurchschnitt liegt das Ausgabenplus nun bei knapp 6,5 Prozent.  Deutlich zweistellig sind weiterhin die Wachstumsraten bei Impfstoffen – getrieben werden diese von vermehrten Gürtelrose-Impfungen.

Etwa 3,77 Milliarden Euro hat die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) nach Berechnungen der ABDA im Juni 2022 für Arzneimittel (ohne Impfstoffe) ausgegeben – das sind 2,9 Prozent mehr als im Juni 2021. Die Zahl der Rezepte nahm im selben Zeitraum um 0,7 Prozent zu. Zu berücksichtigen ist bei diesen Frühinformationen des Deutschen Apothekerverbands (DAV), dass der Juni 2022 einen Arbeitstag weniger hatte als der Juni im Jahr zuvor. Das Ausgabenwachstum hat sich damit nach einem 15-prozentigen Plus im Mai (der zwei Arbeitstage mehr hatte als der Mai 2021) deutlich abgeflacht.

Für das erste Halbjahr 2022 ergeben sich ein Wachstum der GKV-Arzneimittelausgaben um 6,5 Prozent (auf 21,8 Milliarden Euro) sowie eine Erhöhung der Zahl eingelöster Rezepte um 4,9 Prozent. Nicht einberechnet sind in die genannten Beträge die Einsparungen der Krankenkassen durch Rabattverträge. Nach den vorläufigen GKV-Rechnungsergebnissen belaufen sich die Einsparungen aus Rabattverträgen für das erste Quartal 2022 bereits auf fast 1,3 Milliarden Euro – rund 6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Herpes-Zoster-Impfstoffe im Aufwind

Die GKV-Ausgaben für Impfstoffe nahmen im Juni 2022 um 37,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu. Die absoluten Ausgaben beliefen sich auf 115,55 Millionen Euro. Von Januar bis Juni 2022 liegt der durchschnittliche Zuwachs der Impfstoffausgaben bei 31 Prozent (insgesamt 705,63 Millionen Euro). Diese Entwicklung ist laut DAV maßgeblich auf Herpes-Zoster-Impfstoffe zurückzuführen. Hintergrundanalysen für das erste Halbjahr 2022 zeigten hier eine Verdreifachung der abgegebenen Impfdosen bei einem Anstieg der GKV-Umsätze von etwa 250 Millionen Euro. Aufgrund von Lieferengpässen war die Gürtelrose-Impfung in den ersten zwei Jahren nach der STIKO-Empfehlung und Aufnahme in den GKV-Leistungskatalog im Mai 2019 vergleichsweise gering. Nun gibt es offenbar Nachholbedarf.

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