ABDA und BMG verhandeln zu liegengebliebenen Grippeimpfstoffen

Was passiert mit den Grippeimpfstoffen, die derzeit noch in den Apotheken lagern und denen der baldige Verfall droht? Wie das BMG auf Anfrage von DAZ.online wissen lässt, verhandelt das Ministerium derzeit mit der ABDA über einen möglichen Ausgleich der drohenden Lagerwertverluste für die Apotheken.

Erst der Lieferengpass, dann die Schwemme: Nachdem in der vergangenen Grippesaison der Impfstoff knapp wurde, speiste das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) seine sogenannte Nationale Reserve ins System ein. Rund sechs Millionen Dosen stellte das Ministerium zusätzlich zur Regelversorgung bereit – in den Augen vieler Beobachter allerdings deutlich zu spät.

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Die verzögerte Freigabe hatte Folgen für die Apotheken: Während sie im November noch händeringend versucht hatten, Grippeimpfstoffe heranzuschaffen, stapelten sich vielerorts die Vakzinen im Dezember schon in den Betrieben. Nun droht laut einer Hochrechnung des Apothekerverbands Nordrhein rund eine Million Impfdosen in den Kühlschränken der Apotheken zu verfallen – bei einem Preis von etwa 10 Euro je Dosis entspricht das einem Lagerwertverlust von insgesamt rund 10 Millionen Euro.

Dass Apotheken auf den Kosten für nicht verimpfte Grippeimpfstoffdosen sitzen bleiben, ist nicht neu. In diesem Jahr macht jedoch möglicherweise die etwas unglückliche Rolle, die das BMG hier gespielt hat, ein Umdenken möglich: Wie das Ministerium auf Anfrage von DAZ.online mitteilte, laufen derzeit Gespräche zur Grippeimpfstoff-Misere mit der ABDA. „Dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) sind Hinweise bekannt, dass die Nachfrage an Grippeimpfstoffen seit Mitte Dezember 2020 zurückgegangen ist und in Apotheken teilweise noch Impfstoffdosen lagern“, heißt es. „Das BMG steht zu der Thematik mit der ABDA im Gespräch.“

Was genau Gegenstand der Gespräche ist, dazu äußerte sich das Ministerium nicht näher. Auch ob nur die Impfstoffe aus der Nationalen Reserve Thema sind, lässt das BMG offen. Auf die Frage, ob man das Problem grundlegend angehen wolle, antwortet das Ministerium nicht. Es bleibt also abzuwarten, ob es das Übel jetzt bei der Wurzel packen will, Schadensbegrenzung betreibt oder die Bemühungen der ABDA ins Leere laufen werden.

Auch vor dem Hintergrund, dass sich die Situation mit der Einführung von Efluelda als einzigem erstattungsfähigen Impfstoff für Menschen ab 60 Jahren in der kommenden Saison zuzuspitzen droht, wären grundsätzliche Überlegungen angebracht. Denn das Präparat ist etwa dreimal so teuer wie derzeit verfügbare Impfstoffe, was letztlich das wirtschaftliche Risiko für die Apotheken bei Vorbestellung nochmals deutlich erhöht.

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