1.433 neue Fälle, obwohl vier Länder nicht melden – deutliche Warnung im RKI-Lagebericht

Im Zuge der Corona-Pandemie ist die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland zuletzt immer weiter gestiegen. Die Lage ist so angespannt wie seit Monaten nicht. Im Blickpunkt steht derzeit vor allem die Gefahr durch Reisen ins Ausland – und Komplikationen bei den Tests für Rückkehrer werfen Fragen auf. Auch Top-Virologe Christian Drosten hat Zweifel an den aktuellen Regelungen. Alle Neuigkeiten zur Pandemie hier im News-Ticker.

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Topmeldungen zur Corona-Pandemie: 1.433 neue Fälle in Deutschland, aber vier Bundesländer melden keine neuen Zahlen (21.00 Uhr) +++ Zahl der Neuinfektionen in Italien erstmals wieder über 1000 (19.11 Uhr) +++ Touristen flüchten aus Kroatien (18.33 Uhr) +++ Maskenverweigerer bespuckt Bäckerei-Verkäuferin (14.33 Uhr) +++ Drosten empfiehlt Einstellung von kostenlosen Tests an Flughäfen +++

TOP-NEWS: 1.433 neue Fälle in Deutschland, aber vier Bundesländer melden keine neuen Zahlen

21.00 Uhr: In Deutschland gibt es 1.433 neue Corona-Fälle. Das sind zwar weniger als in den Vortagen, allerdings haben wieder mehrere Bundesländer am Samstag keine neue neuen Zahlen gemeldet. Aus Bremen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein gab es kein Update. Zudem wurden sechs neue Todesfälle in Folge einer Covid-19-Ansteckung in den vergangenen 24 Stunden gemeldet.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 40.034 (+202) / 1863 Todesfälle (+1) 232.450
  • Bayern: 54.843 (+349) / 2631 Todesfälle (+0)
  • Berlin: 10.716 (+62) / 226 Todesfälle (+0)
  • Brandenburg: 3817 (+17) / 173 Todesfälle (+0)
  • Bremen: 1896 (keine Meldung am Samstag) / 56 Todesfälle
  • Hamburg: 6045 (+ 27) / 232 Todesfälle (+0)
  • Hessen: 14.409 (+149) / 528 Todesfälle (+0)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 992 (+3) / 20 Todesfälle (+0)
  • Niedersachsen: 16.038 (+97) / 659 Todesfälle (+0)
  • Nordrhein-Westfalen: 56.599 (+442) / 1797 Todesfälle (+5)
  • Rheinland-Pfalz: 8608 (+67) / 242 Todesfälle (+0)
  • Saarland: 3045 (+1) / 174 Todesfälle (+0)
  • Sachsen: 5800 (keine Meldung am Samstag) / 224 Todesfälle
  • Sachsen-Anhalt: 2173 (keine Meldung am Samstag) / 65 Todesfälle
  • Schleswig-Holstein: 3890 (keine Meldung am Samstag) / 160 Todesfälle
  • Thüringen: 3545 (+16) / 186 Todesfälle (+0)

Gesamt (Stand 22.08.2020, 21.00 Uhr): 232.450 (9239 Todesfälle)

Vortag (Stand 21.08.2020, 20.00 Uhr): 231.017 (9233 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 206.600

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei 16.611 (+627)

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 1,13 (+0,11)

Nachdem der R-Wert in den Tagen zuvor um einen Wert von 1,0 verharrte, gab es nun einen etwas deutlicheren Anstieg auf 1,13. Die Zahl der aktiven Fälle – also die Zahl der Menschen, die eine Coronainfektion noch nicht überwunden haben – stieg erneut um mehrere Hundert auf 16.611 an.

In der Zusammenfassung im RKI-Lagebericht heißt es: "Die kumulative Inzidenz der letzten 7 Tage lag deutschlandweit bei 10,2 Fällen pro 100.000 Einwohner und ist damit weiter angestiegen. Aus nur noch 17 Landkreisen wurden in den letzten 7 Tagen keine Fälle übermittelt."

Vor allem die Bundesländer Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen befinden sich weiterhin im roten Bereich. Die 7-Tage-Inzidenzen liegen dort "deutlich über dem bundesweiten Durchschnittswert".

Weiter heißt es im Lagebericht, es falle auf, "dass sich vermehrt jüngere Personen infizieren und die Inzidenz bei jüngeren Altersgruppen vielfach höher ist als in höheren Altersgruppen. Bundesweit gibt es eine große Anzahl kleinerer Ausbruchsgeschehen in verschiedenen Landkreisen, die mit unterschiedlichen Situationen in Zusammenhang stehen, z.B. größeren Feiern im Familien- und Freundeskreis. Hinzu kommt, dass Covid-19-Fälle zu einem großen Anteil unter Reiserückkehrern, insbesondere in den jüngeren Altersgruppen, identifiziert werden. Die Zahl der täglich neu übermittelten Fälle ist seit der Kalenderwoche 30 angestiegen. Diese Entwicklung ist sehr beunruhigend und nimmt an Dynamik zu. Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden."

TOP-NEWS: Zahl der Neuinfektionen in Italien erstmals wieder über 1000

19.11 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen in Italien ist zum ersten Mal seit dem Ende des Lockdowns am 3. Juni wieder auf über 1000 gestiegen. Das staatliche Gesundheitsministerium meldete am Samstag 1071 Neuinfektionen. Am Vortag waren es noch 947 gewesen, berichtet der "Corriere della Sera". Drei Menschen starben an oder mit dem Coronavirus.

Der mit 2,7 Prozent mit großem Abstand stärkste Zuwachs wurde in einer jener Regionen registriert, die bisher die niedrigsten Infektionswerte und Opferzahlen vermeldet hatten: Sardinien. Nur in vier weiteren Regionen liegt der Zuwachse zwischen ein und zwei Prozent, bei den restlichen 15 unter einem Prozent. In Sardinien sind die Zahlen vor allem wegen vereinzelter Hotspots in Zusammenhang mit Diskothekenbesuchen in die Höhe geschnellt.

Besonders betroffen ist die berühmte Costa Smeralda im Nordosten der Insel, wo es Dutzende Fälle in Porto Rotondo und auch in Porto Cervo und Arzachena gibt. Auch das "Billionaire" von Formel-1-König Flavio Briatore ist von Coronainfetkionen nicht verschont geblieben. Sechs der Mitarbeiter wurde positiv getestet. Seit dem 18. August ist in Italien erneut die Öffnung von Freiluft-Diskotheken verboten. Diskotheken in Innenräumen sind seit Mitte März geschlossen.

Touristen flüchten aus Kroatien

18.33 Uhr: Die steigende Zahl von Corona-Infektionen in Kroatien trifft den dortigen Tourismussektor schwer. Ausländische Gäste fingen an, das Land zu verlassen oder ihre Reservierungen zu stornieren, berichtete der staatliche Rundfunk HRT am Samstag. Österreich, Italien und Slowenien haben Reisewarnungen für das gesamte Urlaubsland an der Adria verhängt, das Auswärtige Amt in Deutschland warnt vor Reisen in zwei Regionen. Touristen aus diesen vier Ländern machen das Gros der ausländischen Besucher in Kroatien aus. Am Samstag kündigte die Regierung neue Einschränkungen an, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

"Leider sehen wir, dass Gäste abreisen, vor allem aus Deutschland, Österreich, Slowenien und anderen Ländern, die uns auf eine rote Liste gesetzt haben", sagte Filip Kulusic vom Tourismusunternehmen Croatian Adriatic International Club dem Sender. "Die Menschen gehen aus vielen Gründen – Familie, Politik, Arbeit", sagte Kulusic weiter. "Letztendlich wollen sie zu Hause und sicher sein."  

Lage in Hessen weiter angespannt

16.43 Uhr: Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Hessen ist bis Samstag innerhalb eines Tages um 149 gestiegen. Das teilte das hessische Sozialministerium mit (Stand Samstag 00.00 Uhr). Am Freitag lag diese Zahl noch bei 231. Insgesamt gibt es nun in Hessen 14 409 bestätigte Corona-Fälle. Die Anzahl der Todesfälle, die mit dem Virus Sars-CoV-2 in Verbindung gebracht werden, blieb am Samstag unverändert bei 528. Das Land bezieht sich bei der Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle auf alle registrierten Infizierten seit dem 11. März.

In der Stadt Offenbach übersteigt die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner weiter den kritischen Wert von 50. Nach Angaben des Sozialministeriums vom Samstag lag er bei 53,6. Offenbach hatte am Freitag als erste hessische Stadt wegen des Anstiegs über die kritische Schwelle wieder strengere Kontaktbeschränkungen eingeführt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Eine von Bund und Ländern vereinbarte Schwelle für verschärfte Beschränkungen des öffentlichen Lebens liegt bei einer 7-Tage-Inzidenz von 50.

Johns Hopkins: Bereits 800 000 Corona-Tote weltweit

16.30 Uhr: Seit Beginn der Corona-Pandemie sind US-Wissenschaftlern zufolge weltweit bereits 800 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging am Samstag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Damit ist die Zahl der Todesopfer innerhalb von zweieinhalb Wochen, seit dem 5. August, um 100 000 angestiegen. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg im gleichen Zeitraum von 18,5 Millionen auf 23 Millionen an. Diese Zunahme um gut 24 Prozent in relativ kurzer Zeit zeigt, dass sich die Pandemie in einigen Ländern weiter rasch ausbreitet.

Weltweit entfallen die meisten Infektionen und Todesfälle auf die USA, ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. Dort gibt es Johns Hopkins zufolge bislang gut 5,6 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und rund 175 000 Todesfälle. An zweiter Stelle steht Brasilien mit 3,5 Millionen Infektionen und rund 113 000 Todesfällen. An dritter Stelle kommt Mexiko mit knapp 60 000 Toten, gefolgt von fast 56 000 in Indien.

TOP-NEWS: Maskenverweigerer bespuckt Bäckerei-Verkäuferin

14.33 Uhr: Ein 24-Jähriger hat eine Bäckereiverkäuferin im nordrhein-westfälischen Hagen massiv beleidigt und bespuckt, weil er ohne Mund-Nasen-Schutz in dem Geschäft keine Brötchen kaufen durfte. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, betrat der Mann die Bäckereifiliale am Freitagvormittag ohne eine wegen der Corona-Pandemie vorgeschriebene Maske. Die 30-jährige Verkäuferin forderte ihn daraufhin auf, entweder eine Schutzmaske aufzusetzen oder das Geschäft zu verlassen. Daraufhin eskalierte die Situation.

Der 24-Jährige habe sich so heftig über die Aufforderung der Verkäuferin aufgeregt, dass er diese laut Polizei "mit zahlreichen, nicht druckfähigen Beleidigungen überzog". Zudem spuckte der Mann demnach über den Tresen in Richtung der Angestellten. Er verließ das Geschäft laut Polizei schließlich mit  zwei erhobenen Mittelfingern.

Der Mann wurde von der Polizei in der Nähe der Bäckerei gestellt. Er habe nicht verstanden, warum er in dem Laden nichts kaufen konnte, und sich weiter über die Angestellte aufgeregt, erklärte die Polizei. Die Beamten kündigten eine Strafanzeige gegen den 24-Jährigen an.

Mitarbeiter verschwanden plötzlich: Corona-Teststation an der A3 kurz geschlossen

14.29 Uhr: Eine Corona-Teststation an der Autobahn 3 beim bayerischen Passau war in der Nacht zu Samstag vorübergehend geschlossen, weil drei Mitarbeiter Symptome gezeigt haben. Es müsse erst der Verdacht auf Infektionskrankheiten abgeklärt werden, teilte das Bayerische Gesundheitsministerium mit. "Daher konnten die Betroffenen aus Sicherheitsgründen ihren Dienst nicht antreten." 40 ehrenamtliche Helfer unter Leitung des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) sprangen ein, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, wie ein BRK-Sprecher mitteilte. "Die Teststation war mindestens eine Stunde geschlossen", sagte der Sprecher.

Am frühen Morgen nahm der private Betreiber Eurofins den Betrieb wieder auf. Angesichts des Rückreiseverkehrs am Wochenende sei mit einer hohen Auslastung zu rechnen, betonte das Ministerium. Das Rote Kreuz habe das Testzentrum unabhängig von der kurzzeitigen Schließung um eine zusätzliche Teststraße erweitert.

Die Mitarbeiter von Eurofins warten nun auf das Ergebnis ihres Abstrichs, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Erst am vergangenen Montag war bekannt geworden, dass sich ein Mitarbeiter der Teststation Donautal-Ost mit dem Virus infiziert hatte. Mehrere ehrenamtliche Helfer, die mit dem Mann Kontakt hatten, ließen einen Abstrich nehmen und waren vorübergehend in Quarantäne.

TOP-NEWS: Drosten empfiehlt Einstellung von kostenlosen Tests an Flughäfen

10.15 Uhr: Auslandsrückkehrer können sich aktuell an Flughäfen kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Wie der "Tagesspiegel" berichtet, bereitet Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité diese Maßnahme Sorge. Drosten soll gemeinsam mit Experten aus Berliner Laboren in einem Brief an den regierenden Bürgermeister sowie die Gesundheitssenatorin Berlins die Empfehlung geäußert haben, die kostenlosen Tests wieder einzustellen.

Als Grund für seine Empfehlung nennt Drosten laut dem Bericht, dass die Test-Kapazitäten wegen der „weltweiten Kontingentierung der zwingend benötigten Reagenzien und Verbrauchsmaterialien“ knapp werden könnten. Die Testung von Reiserückkehrern sei „im Umfang der vergangenen Wochen durch die Berliner Labore nicht mehr möglich“. Dadurch sei es auch nicht mehr möglich, die Diagnostik im Rahmen der geplanten Testung von Pflegepersonal durchzuführen.

WHO empfiehlt Jugendlichen ab zwölf Jahren Maskentragen

08.13 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat neue Richtlinien vorgelegt, in denen Jugendlichen ab zwölf Jahren das Maskentragen zum Schutz vor einer Corona-Infektion in denselben Situationen empfohlen wird wie Erwachsenen. "Kinder ab zwölf Jahren sollten unter denselben Umständen Masken tragen wie Erwachsene – besonders, wenn sie den Mindestabstand von einem Meter nicht einhalten können und die Infektionsrate in der Region hoch ist", heißt es in den am Freitag veröffentlichten Richtlinien, welche die WHO in Zusammenarbeit mit dem UN-Kinderhilfswerk Unicef erstellt hat. 

Noch immer gebe es große Unklarheiten über die Rolle von Kindern bei der Übertragung des neuartigen Coronavirus, heißt es in den Richtlinien. Es gebe eine Reihe von Hinweisen darauf, dass kleine Kinder weniger empfänglich für eine Corona-Infektion seien als Erwachsene, erklärte die WHO. Allerdings deuteten weitere Daten darauf hin, dass Teenager bei der Übertragung des Coronavirus "eine aktivere Rolle spielen als jüngere Kinder". 

Kinder unter fünf Jahren sollten laut WHO und Unicef keinen Mund-Nase-Schutz tragen. Dies sei im allgemeinen Interesse der Kinder und ihrer Sicherheit, erklärten die Organisationen. Auch für Kinder mit Behinderungen oder Entwicklungsstörungen sollte keine Maskenpflicht gelten, hieß es weiter. 

Für Kinder zwischen sechs und elf Jahren könne es den Richtlinien zufolge dagegen sinnvoll sein, eine Maske zu tragen – etwa, wenn sie sich in schwer von der Pandemie betroffenen Gebieten aufhielten oder Kontakt zu Risikogruppen haben. In diesem Fall sollte allerdings eine erwachsene Aufsichtsperson in der Nähe sein, um den Kindern beim sicheren Gebrauch der Maske zu helfen, betonten die Organisationen. 

310.000 Corona-Tote: Forscher zeichnen nächstes Horror-Szenario für die USA

07.50 Uhr: Forscher befürchten einem weithin beachteten Modell zufolge in den USA noch mehr Corona-Tote als zuletzt prognostiziert. Bis Anfang Dezember könnten insgesamt fast 310.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus sterben, rund 15.000 mehr als noch vor zwei Wochen angenommen. Das ging am Freitagabend (Ortszeit) aus einer Aktualisierung des Modells der Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle hervor.

Wenn 95 Prozent der Menschen in der Öffentlichkeit stets Masken trügen, könnte die Zahl der Opfer bis 1. Dezember mit rund 240.000 deutlich geringer ausfallen, erklärten die Forscher.

Bislang sind in den USA rund 175.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben. Zuletzt starben etwa 1000 Menschen pro Tag. Das IHME-Modell prognostiziert mit Beginn der kalten Jahreszeit, ab etwa Mitte Oktober, einen Anstieg der Todeszahlen auf rund 2000 Opfer pro Tag Ende November.

Vor Treffen der Ministerpräsidenten: Laschet mit schlechter Nachricht für Fußball-Clubs

Samstag, 22. August, 07.29 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet glaubt derzeit nicht an eine baldige Rückkehr der Fans in die Fußball-Stadien. "Es gibt ein sehr verantwortungsvolles Schutzkonzept der Deutschen Fußball Liga", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Auf dieser Grundlage gab es tatsächlich die Hoffnung, dass wir bald wieder Stadionbesuche zulassen können. Angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens scheint das derzeit aber schwierig." imago/Michael Weber CDU-Politiker Armin Laschet (l.) und BVB-Boss Hans-Joachim Watzke

Der 59-Jährige verwies auf die wohl in der kommenden Woche stattfindende Konferenz mit seinen Amtskollegen für eine "zeitnahe" Absprache, "wobei man aktuell hier wenig Hoffnung auf große Veranstaltungen machen sollte".

Neue Vorwürfe gegen bayerische Behörden

22.04 Uhr: Das Chaos um Reiserückkehrer in Bayern hat womöglich eine noch größere Dimension als bislang bekannt.  Ein Bericht des „Spiegel“ wirft neue Fragen zur Arbeit der Behörden im Freistaat auf.

Das Magazin berichtet, dass mehrere Airlines nicht wissen, wie genau am Flughafen in München mit den „Passenger Locator Cards“, den Aussteigekarten, verfahren werden soll. Diese müssen Fluggäste aus Risikogebieten im Flieger ausfüllen. dpa/Lino Mirgeler/dpa Ein Corona-Testcenter am Flughafen München.

Eigentlich sollen die Gesundheitsämter diese Karten bekommen, doch laut den Angaben einer „großen Fluglinie“ gegenüber dem „Spiegel“ ist vom Landesamt für Gesundheit auf Nachfragen, was mit den Karten nach der Landung geschehen soll, praktisch keine Antwort zu bekommen. Telefonanrufe und E-Mails würden schlicht nicht beantwortet. Anfragen des Magazins gegenüber dem Landesamt sowie dem Staatsministerium für Gesundheit und Pflege seien ebenso unbeantwortet geblieben.

Rückkehrer aus Risikogebieten sind in Bayern dazu verpflichtet, sich auf eine Coronainfektion testen zu lassen. Um zu überprüfen, ob die Reisenden sich auch daran halten, benötigen die Behörden die „Passenger Locator Cards“. Ob diese aber tatsächlich alle an den entsprechenden Stellen angekommen sind, erscheint fraglich.

Demo zum Gedenken an rassistischen Anschlag in Hanau abgesagt

20.51 Uhr: Wegen einer "stark steigenden Zahl" von Corona-Infektionen hat die Stadt Hanau eine für Samstag geplante Demonstration zum Gedenken an die Opfer des rassistischen Anschlags mit neun Toten abgesagt. "Sobald die Infektionsfälle wieder deutlich zurückgegangen sind, holen wir diese Trauerbekundung selbstverständlich nach", sagte Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) laut einer Mitteilung vom Freitagabend.

Zum Gedenken an die Opfer des Anschlags mit neun Toten vor einem halben Jahr wollten am Samstag Tausende Menschen in der hessischen Stadt auf die Straße gehen. Veranstalter und Polizei hatten zwischen 3000 und 5000 Teilnehmer erwartet.

Der Main-Kinzig-Kreis habe dem Oberbürgermeister am Freitagabend mitgeteilt, "dass die Zahl der Neuinfizierten je 100 000 Einwohner im 7-Tage-Rückblick in Hanau auf 49 hochgeschnellt ist". Er sei "geschockt über die rasante Infektionsentwicklung". Damit sei die Schwelle für konsequente Beschränkungen erreicht.

TOP-NEWS: 1758 Neuinfektionen – mehrere Länder im roten Bereich

20.26 Uhr: Der beunruhigende Trend in Deutschland hält an. Die Zahl der neuen bestätigten Corona-Fälle ist noch einmal gestiegen – auf nun 1758 in den vergangenen 24 Stunden. Somit haben die Gesundheitsämter der Länder seit Beginn der Pandemie 231.017 Corona-Infektionen gemeldet. Insgesamt 9233 Menschen sind bisher nach einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 39.832 (+336) / 1862 Todesfälle (+2)
  • Bayern: 54.494 (+347) / 2631 Todesfälle (+2)
  • Berlin: 10.654 (+112) / 226 Todesfälle (+0)
  • Brandenburg: 3800 (+18) / 173 Todesfälle (+0)
  • Bremen: 1896 (+8) / 56 Todesfälle  (+0)
  • Hamburg: 6018 (+ 30) / 232 Todesfälle (+0)
  • Hessen: 14.260 (+231) / 528 Todesfälle (+0)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 989 (+5) / 20 Todesfälle (+0)
  • Niedersachsen: 15.941 (+141) / 659 Todesfälle (+0)
  • Nordrhein-Westfalen: 56.157 (+387) / 1792 Todesfälle (+2)
  • Rheinland-Pfalz: 8541 (+66) / 242 Todesfälle (+0)
  • Saarland: 3044 (+21) / 174 Todesfälle (+0)
  • Sachsen: 5800 (+16) / 224 Todesfälle (+0)
  • Sachsen-Anhalt: 2173 (+15) / 65 Todesfälle (+0)
  • Schleswig-Holstein: 3890 (+18) / 160 Todesfälle (+0)
  • Thüringen: 3529 (+7) / 186 Todesfälle (+0)

Gesamt (Stand 20.08.2020, 20.00 Uhr): 231.017 (9233 Todesfälle)

Vortag (Stand 20.08.2020, 18.45 Uhr): 229.239 (9227 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 205.800

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei 15.984 (+758)

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 1,02 (-0,02)

Fast 16.000 Menschen in Deutschland sind derzeit aktiv mit dem Coronavirus infiziert – das sind 758 mehr als am Vortag. Der R-Wert sinkt minimal auf 1,02.

Das Robert-Koch-Institut weist im aktuellen Lagebericht auf mehrere Punkte hin, unter anderem, dass aktuell mehrere Länder im roten Bereich liegen: 

  • "In den letzten Wochen ist die kumulative COVID-19-Inzidenz der letzten 7 Tage in vielen Bundesländern stark angestiegen und der Anteil an Kreisen, die keine COVID-19-Fälle übermittelt haben, deutlich zurückgegangen. Dieser Trend ist sehr beunruhigend. (…) Aus nur noch 25 Landkreisen wurden in den letzten 7 Tagen keine Fälle übermittelt."
  • "Die kumulative Inzidenz der letzten 7 Tage lag deutschlandweit bei 9,4 Fällen pro 100.000 Einwohner und ist damit weiter auf erhöhtem Niveau. (…) Die 7-Tage-Inzidenzen liegen in den Bundesländern Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen deutlich über dem bundesweiten Durchschnittswert, in Rheinland-Pfalz, Berlin und BadenWürttemberg leicht darüber. Berlin und Nordrhein-Westfalen zeigen seit Anfang der Woche rückläufige Werte." dpa/Sven Hoppe/dpa/Symbolbild Eine Mitarbeiterin bereitet Proben von Menschen mit Covid-19 Verdacht für die weitere Analyse vor.

Auswärtiges Amt weitet Reisewarnung auf Brüssel aus

20.16 Uhr: Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen warnt das Auswärtige Amt nun auch vor touristischen Reisen nach Brüssel. Bisher war in Belgien lediglich die Provinz Antwerpen betroffen. Nun kommt die Hauptstadt als Risikogebiet hinzu.

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber in Deutschland eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sich Reisende in häusliche Quarantäne begeben. Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, dass es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100 000 Einwohner gegeben hat.

 

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