Vanessa Mai im Interview: Essen ist meine Motivation

Sie ist eine sehr erfolgreiche Pop-Sängerin, eine Spitzentänzerin und seit neustem auch noch Moderatorin ihres eigenen Formats beim SWR.

Vanessa Mai gibt Vollgas: Vor allem in Sachen Sport ist die 28-jährige Baden-Württembergerin vielen ein Vorbild. Ihre Fans schwitzen gemeinsam mit ihr beim Instagram-Live Workout oder dem neuesten TikTok-Dance.

Nun hat sie mit dem Online-Fitnessstudio Gymondo und deren Trainern sogar ihre eigenen Workouts auf den Markt gebracht.

Wir haben mit Vanessa gesprochen und erfahren, wie wichtig ihr Sport wirklich ist und inwiefern ein Abend mit der Lieblingspizza auf der Couch wie eine ganz persönliche Therapie-Session sein kann.
 

FIT FOR FUN: Liebe Vanessa, warst du schon immer so sportlich, wie du es jetzt bist?

Vanessa Mai: Also, ich war schon immer sehr agil. Schon als Kind war Sport mein Lieblingsfach und auch das Tanzen habe ich schnell für mich entdeckt. Gefühlt mache ich das schon seitdem ich denken kann. Aber es gibt trotzdem immer Phasen, in denen ich gar keine Lust darauf habe.

Diese kann ich dann aber zum Glück auch relativ schnell wieder überwinden, denn sobald ich mich unwohl fühle, merke ich: Jetzt muss und will ich wieder was tun!
 

Das heißt, deinen inneren Schweinehund kannst du leicht bezwingen?

Vanessa Mai: Leicht auf gar keinen Fall. Aber meine Motivation kommt im Wesentlichen durch zwei Dinge: Das eine ist mein Wohlbefinden. Ich spüre ziemlich schnell, wann ich mich wieder bewegen möchte, einfach auch, um mich gut zu fühlen! Da geht es weniger um das Äußere. Ich möchte fit und auch im hohen Alter noch agil bleiben.
 

Vanessa Mai/Gymondo

Vanessa Mai und ihre Maskenbildnerin und Freundin Anelia Janeva

Und auf der anderen Seite steht für mich das stolze Gefühl nach einem Workout, wenn man unter die Dusche springt und sich denkt: „Geil, ich habe was gemacht. Jetzt habe ich mir eine Pizza verdient!“. Also Essen ist auch meine Motivation.

Ich verzichte nicht gerne, deswegen ist meine Devise: Lieber mehr Sport machen, aber dafür auch essen, wonach man sich fühlt!
 

Welche Rolle spielt die Ernährung denn für dich?

Vanessa Mai: Gesunde Ernährung ist wichtig, aber wie schon gesagt: die Balance ist der Schlüssel. Ich halte deshalb auch nichts von Diäten.

Einerseits, weil ich es einfach nicht kann und nach wenigen Tagen höchst aggressiv werde (lacht) und andererseits, weil das bei mir zu 99 Prozent mit dem Jojo-Effekt endet. Ich denke, das muss jeder für sich selbst herausfinden, was ihm da hilft oder guttut.

Ich weiß zum Beispiel inzwischen, dass ich ein gesundes Frühstück brauche. Am liebsten esse ich ein Dinkel-Porridge mit Hafermilch, frischen Beeren und Nüssen. Das ist lecker und gibt mir Energie für den Tag.

Dafür lasse ich die gesunde Ernährung abends etwas mehr schleifen. Ich bin nämlich großer Pizza- und Pasta-Fan und kann da nur schwer widerstehen.

Nach dem Vergnügen steht dann aber auch ein Workout als Ausgleich auf dem Programm. Das ist die Balance, die ich für mich im Laufe der Zeit gefunden habe – mit der ich mich gut fühle.

Der Körper gibt einem ja auch Signale. Darauf sollte man auf jeden Fall achten, wenn man auf der Suche nach der „richtigen“ Ernährung ist.
 

Bist du eher der Home-Workout-Fan oder gehst du lieber ins Fitnessstudio?

Vanessa Mai: Definitiv Team Home-Workout! Vor allem aus Zeitgründen war der Besuch im Fitnessstudio für mich schon immer schwierig. Also witzigerweise – es ist jetzt auch wirklich kein Schmarrn oder so – bin ich seit 2014 selbst Mitglied bei ‚Gymondo‘.

Ich hatte damals nach einer Möglichkeit gesucht, auch im Hotel oder auf Tour easy, schnell und vor allem mit nur begrenztem Platz, Sport machen zu können. Deswegen bin ich natürlich umso stolzer, jetzt tatsächlich meine eigenen Workouts dort sehen zu können.

Welche sind denn deine Lieblingsübungen?

Vanessa Mai: Meine Workouts bestehen zu großen Teilen aus Übungen, die ich total gerne mag. Sie sind vor allem für diejenigen geeignet, die weniger auf Cardio-Training und mehr auf Bodyweight-Übungen stehen – so wie ich. Ich liebe zum Beispiel Squats!

Aber grundsätzlich finde ich es am besten, wenn der ganze Körper beansprucht wird. Vor allem mit Burpees ist das so eine Hassliebe, da wird es vermutlich nicht nur mir so gehen. Aber sie sind echt super effektiv!

20 Minuten effektiv trainieren, das ist meine Devise, denn länger kann und will ich auch ehrlich gesagt einfach nicht.

Das soll jetzt auch wirklich nicht eingebildet klingen, aber ich freue mich schon echt, dass ich über Gymondo bald mein eigenes Workout machen kann! Das ist schon cool, wenn man sagen kann: „Ich mach‘ mein eigenes!“ (lacht).
 

Was ist dir persönlich bei Online-Workouts wichtig?

Vanessa Mai: Abwechslung, neue Übungen, aber vor allem eine authentische Workout-Atmosphäre. Es sollte nichts zusammengeschnitten oder ausgelassen werden. Mich selbst deprimiert es immer, wenn ich Fitness-Videos mitmache, in denen der Instructor aussieht, als wäre die Übung ein Spaziergang. Ich hingegen fange ziemlich schnell an rumzujammern (lacht).

Wir sind alle nur Menschen. Und wenn einen mal die Kraft verlässt, dann gibt es eine passende Variation der Übung. Egal, ob Beginner oder jemand der reinhauen will – jeder kann sein Tempo und sein Level anpassen. Wir leiden gemeinsam!
 

Vanessa Mai/Gymondo

Vanessa Mai und ihr Trainer beim Gymondo-Workout.

Für dein neues SWR-Format „On Mai Way“ interviewst du andere Promis auf dem Laufband. Dabei bist du ja gar nicht so der Cardio- und vor allem nicht der Laufband-Fan, oder?

Vanessa Mai: Da habt ihr mich erwischt! Es ist aber tatsächlich sogar Absicht. Der Gedanke dahinter ist im Großen und Ganzen die Ablenkung durch das Gespräch, während man sportlich aktiv ist.

Oft sind meine Gäste vorher unsicher und haben Angst, sich zu blamieren, weil sie denken, ich sei so sportlich. Ich meine, ich bin schon auch sportlich, aber ich hasse Ausdauertraining und vor allem Laufbänder.

Deswegen kann ich ihnen dann auch schnell klar machen: Wir sitzen im gleichen Boot. Und es ist auch wirklich so, dass die besten Gespräche beim Gehen oder Laufen entstehen. Da reden die Leute einfach drauflos.

Also beim nächsten Mal, wenn man sich nicht zum Laufen aufraffen kann: Einfach mal die beste Freundin schnappen, dann fällt das viel leichter!
 

Du bist auf der Plattform TikTok sehr aktiv und hast eine große Community, die du mit lustigen, aber auch coolen Dance-Videos begeisterst. Kannst du dadurch auch deine Fans zu mehr Bewegung im Alltag motivieren?

Vanessa Mai: Ich hoffe doch! Das ist auch das Coole bei TikTok: Man merkt gar nicht, dass man sich gerade bewegt und Sport macht, weil man so in die Erstellung seines eigenen Videos vertieft ist. Vor allem, wenn man das mit Freunden macht.

Es gibt auch tatsächlich viele, die mittanzen. Einige schreiben dann auch mal drunter, dass sie ja gar nicht tanzen könnten, aber einfach Spaß daran haben. Und das liebe ich an der App: Man unterstützt und feiert sich gegenseitig.

Das kam in Deutschland Anfang letzten Jahres auch wirklich zum richtigen Zeitpunkt. Die Plattform hat einem echt geholfen, die Freude inmitten der Corona-Pandemie nicht zu verlieren.
 

@vanessa.mai

@anelia_janeva

♬ sonido original – Kizzy Daniela

Werden seitdem auch mal ein paar Moves der TikTok-Tänze in eine Bühnen-Choreografie von dir mit eingebaut?

Vanessa Mai: Das kann schon mal vorkommen (lacht). Die meisten TikTok-Tanzvideos mache ich mit meiner Freundin und gleichzeitig auch Choreografin, Fotografin und Make-up-Artistin Anni (siehe Video).

Wir arbeiten schon sehr lange zusammen und sind auch gut befreundet. Ich schicke ihr immer direkt alles weiter, wenn ich etwas sehe, das sich für den nächsten Auftritt eignen würde.
 

Seit deinem Erfolg bei „Let’s Dance“ und deinem Spaß an TikTok-Tänzen: Verfolgst du das Tanzen auch beruflich stärker weiter?

Vanessa Mai: Ich mag das Wort Entertainer*in. Man kann sich inzwischen in so vielen Bereichen ausprobieren und dafür bin ich sehr dankbar, denn das eine schließt das andere ja nicht aus.

Moderieren, Schauspielern, Singen, Tanzen: Ich bin froh, dass ich mich da nicht entscheiden muss. Das macht mir alles viel zu viel Spaß!
 

Dein Vorbild ist Jennifer Lopez. Was inspiriert dich an ihr besonders?

Vanessa Mai: Dass sie nicht nur Sängerin oder Schauspielerin ist, sondern eben vor allem Entertainerin ist.

Ich war schon immer ein Fan von ihr, aber vor allem in den letzten Jahren hat sie so oft bewiesen, dass man sich auch einfach mal trauen muss, etwas Neues zu probieren. Das hat mich dazu inspiriert, auch selbst aktiver und mutiger zu werden.
 

Vanessa Mai/Gymondo

Vanessa Mai: „Du bist ein Individuum und das solltest du schätzen!“

Dein schwerer Bühnen-Unfall ist jetzt über zweieinhalb Jahre her. Du bist inzwischen zum Glück wieder topfit. Gibt es etwas, das du aus dieser schweren Zeit für dich mitnehmen konntest?

Vanessa Mai: Ja. Ich weiß jetzt, dass Dinge wie ein Warm-Up, ein Cool-Down, mal eine Massage mit einer Blackroll und wirklich ein bisschen Pflege für den eigenen Körper einfach sehr wichtig sind.

Ich bin da früher immer gerne drüber weggegangen, weil ich dachte: „Ach, ich brauch‘ das nicht“. Aber da lag ich falsch. Das sind genau diese kleinen Dinge, auf die es ankommt und das musste auch ich erst lernen.

Wenn man jung ist, denkt man da weniger drüber nach. Ganz nach dem Motto: Die Maschine funktioniert. Man sollte sich und seinem Körper aber auch mal etwas Gutes tun, mehr auf sich Acht geben und in sich hineinhören.

Wenn es mal nicht geht oder man einfach gar keine Lust hat, dann sollte man die Signale, die der Körper sendet, hören und sich eine Pause gönnen: Im Großen und Ganzen heißt das, alles mit ein bisschen mehr Bedacht angehen.
 

Was tust du noch für deine mentale Gesundheit?

Vanessa Mai: Ich versuche, nicht mehr so viel nachzudenken, jeden Tag zu schätzen und Spaß an dem zu haben, was ich tue.

Auch wenn ich mal einen schlechten Tag habe, rufe ich mir in den Kopf: Du bist gesund und das ist, was zählt. Ganz ehrlich, auch solche Sachen wie zum Beispiel Make-up gehören für mich zu Selbstliebe.
 

Viele sagen immer, man solle sich nicht so „zukleistern“, aber darum geht es ja gar nicht. Der Punkt ist, dass es mir Spaß macht und dann ist das wie eine Art Therapie.

Und wenn man mal in der Jogginghose auf der Couch rumhängt, Filme guckt und sich eine leckere Pizza gönnt, dann ist das auch Selbstliebe. Balance ist ein sehr wichtiges Wort, was das angeht.
 

Was würdest du deinem 15-jährigen Ich als Tipp für den Umgang mit negativen Kommentaren auf sozialen Netzwerken mit auf den Weg geben, wenn du könntest?

Vanessa Mai: Lass diese negativen Kommentare nicht in deinen Kopf! Das ist ganz wichtig. Man darf sich nicht auf die negativen Äußerungen versteifen, sondern sollte sich an den vielen positiven erfreuen.

Ich versuche dann, an das Gefühl zu denken, das ich hatte, als ich das Bild oder Video hochgeladen habe. Ich selbst war ja überzeugt davon, also warum sollte sich daran durch den Kommentar einer anderen Person etwas ändern? Klar, konstruktive Kritik kann oft auch Blickwinkel öffnen oder ändern, aber bei sowas leider meistens nicht.

Ansonsten ist wirklich Selbstliebe der erste Schritt zum Glücklich sein und werden. Natürlich sollte man, wenn man sich unwohl fühlt oder es gerne möchte auch etwas ändern.

Es gibt so viele Möglichkeiten sich mit seinem Lebensstil, der Ernährung, Sport oder seinem persönlichen Gefühlswelt auseinanderzusetzen. Diese sollte man auch wahrnehmen, wenn man unzufrieden ist.

Gleichzeitig würde ich meinem jüngeren Ich aber auch sagen: „Du bist ein Individuum und das solltest du schätzen!“. Außerdem hat jeder seine Unsicherheiten und Probleme im Leben.

Es ist nicht immer alles rosarot, wie es oft auf den sozialen Plattformen verkauft wird. Es ist okay, wenn mal nicht „alles okay“ ist. Sei stolz auf dich und das was du erreicht hast, denn das kann dir keiner nehmen!

Danke für das tolle Interview, liebe Vanessa.

Das Interview führte Tina Richtsteiger.

Tina Richtsteiger

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