Zuversicht hilft beim Lernen

Gedächtnis-CoachingZuversicht hilft beim Lernen

SPIEGEL WISSEN hat ein zehnwöchiges Gedächtnis-Coaching entwickelt, mit dem Sie Ihre Merkfähigkeit im Alltag verbessern können. Dies ist der fünfte Teil. Die anderen Teile finden Sie in den folgenden Wochen hier.

Die Stimmung, in der Sie Ihren Tag verbringen, wirkt sich auf Ihre Gehirnleistung aus. Für ein gutes Gedächtnis sei es entscheidend, sich möglichst häufig „froh und leicht positiv gestimmt“ zu fühlen, sagt der Kognitionspsychologe Hans Markowitsch.

Das heißt natürlich nicht, dass man sich zwingen sollte, permanent gut gelaunt zu sein. Erst recht nicht, wenn man ohnehin ein eher pessimistischer Mensch ist. Es gibt aber eine Reihe von kleinen Übungen – zum Beispiel aus dem Achtsamkeitstraining -, die dabei helfen, vorhandene positive Gefühle zu verstärken.

Wählen Sie aus den beiden Übungen. Die erste ist für alle gedacht, die sich gerade eher unbeschwert fühlen. Die zweite Übung richtet sich an diejenigen, die zum Grübeln oder negativen Gedanken neigen oder in einer Krise stecken. Suchen Sie sich die Übung aus, die zu Ihrer Situation passt:

Für Unbeschwerte: Nutzen Sie Ihre positive Stimmung in den nächsten Tagen bewusst für eine bessere Lern- und Merkfähigkeit. Wählen Sie eine Situation aus, in der Sie etwas „in den Kopf bekommen wollen“, egal ob bei der Arbeit oder beim Vokabellernen. Nutzen Sie nun gezielt fünf Minuten vor der Lernzeit, um ihre gute Stimmung zu verstärken. Dabei helfen zwei Schritte:

  • Schritt eins: Machen Sie mit ein paar Handgriffen Ihren Arbeitsplatz schön, schaffen Sie eine gute Lernatmosphäre: Kochen Sie einen Tee, räumen Sie die Tischplatte auf, spitzen Sie einen Bleistift. Freuen Sie sich daran, dass der Platz, an dem Sie nun lernen, gut vorbereitet ist.
  • Schritt zwei: Wenn Sie dann am Schreibtisch sitzen, halten Sie noch einmal eine halbe Minute inne, atmen einige Male ruhig ein und aus und spüren Sie bewusst die gute Stimmung oder Zuversicht. Beginnen Sie dann mit dem Lernen.

Wiederholen Sie diese Art des Einstiegs ins Arbeiten oder Lernen in dieser Woche möglichst drei Mal und schauen Sie, was sich verändert, wenn Sie in positiver Grundstimmung lernen.

Animation: Wie das Hirn uns täuscht

Für Belastete: Wer niedergeschlagen oder schlapp ist, sieht überall das Negative. Das ist normal. Dennoch gehen dadurch die schönen Aspekte des Alltags schnell ganz verloren. Eine Übung aus der positiven Psychologie hilft, angenehme Gefühle und Momente zu verstärken. Beantworten Sie dazu jeden Abend in dieser Woche folgende drei Fragen:

  • Was war heute der schönste Moment?
  • An welchen Tag in diesem Jahr erinnere ich mich gern?
  • Woran habe ich seit Jahren immer wieder Freude?

Am besten, Sie beantworten diese Fragen schriftlich, auf einem Zettel oder in einem Notizbuch. Sie werden sehen, dass bei den täglichen Antworten auch Dopplungen auftreten. Das ist okay und zeigt wahrscheinlich, dass die Sachen und Situationen, die Sie häufiger nennen, für Sie besonders wichtig sind.

Tipp: Lesen Sie im Lauf der Woche immer mal wieder Ihre Antworten. Denken Sie, wenn es geht, auch im Alltag gelegentlich an die positiven Dinge und Situationen, die Sie aufgeschrieben haben. Das hilft dabei, sich zwischendurch kurz wohlzufühlen.

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