Kampf gegen HIV verläuft nicht wie geplant

In Europa stecken sich immer noch viele Menschen mit HIV an. Vor allem in Osteuropa ist die Zahl der Infizierten gestiegen. Darauf macht die Weltgesundheitsorganisatin (WHO) und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember 2018 aufmerksam.

Während Neuinfektionen mit dem HI-Virus in der EU bis 2017 leicht abnahmen, stiegen sie in der europäischen Region – besonders in Osteuropa – weiter deutlich an. 2017 haben 130.000 Osteuropäer die Diagnose HIV erhalten, 70 Prozent der Betroffenen sind Männer. Anders als in anderen Regionen scheinen sich 59 Prozent der Neuerkrankten in Osteuropa durch heterosexuellen Kontakt anzustecken. Ein Problem ist, dass die Diagnose meist viel zu spät erfolgt. Bei jedem Zweiten wurde das Virus erst in einem fortgeschrittenen Stadium festgestellt. Durch die Unkenntnis erhöht sich das Risiko, andere Personen ebenfalls mit dem Virus anzustecken.

"Trotz unserer Bemühungen schädigt HIV immer noch das Leben so vieler Menschen und verursacht nicht nur viel Leid und Krankheit, sondern auch Diskriminierung und Stigmatisierung", sagt Vytenis Andriukaitis, EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Zwar seien bereits viele Fortschritte erzielt worden, trotzdem müsse noch viel mehr getan werden, wenn HIV in Europa und weltweit bis 2030 beseitigt sein soll. Das könnten maßgeschneiderte Programme für Risikogruppen sein, aber auch verbesserte Diagnose- und Therapiemethoden.

Politisch wird HIV viel Aufmerksamkeit geschenkt: An einem von der WHO in Zusammenarbeit mit der niederländischen Regierung und der UN organisierten Politikdialog über HIV/Aids im Juli 2018 nahmen elf Gesundheitsminister teil, so viel wie nie zuvor. Dennoch müssten die Anstrengungen verstärkt werden, wenn die gesteckten Ziele erreicht werden sollen.

ZOU

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