Stress um „Omni Biotic Stress“

Der Verband für Sozialen Wettbewerb geht bereits seit Anfang 2018 gegen das österreichische „Institut Allergosan“ vor. Der Grund: Die aus Sicht des Verbandes irreführende Kennzeichnung und Bewerbung des Nahrungsergänzungsmittels „Omni Biotic Stress“. Dass der Name und verschiedene gesundheitsbezogene Aussagen zu dem Präparat unzulässig sind, sah auch schon das Kammergericht Berlin so. Doch das Präparat wird weiterhin verkauft. 

„Omni Biotic Stress“ enthält neben B-Vitaminen verschiedene Lactobazillen und Bifidobakterien. Das Präparat wird als Mittel gegen stressbedingte Beschwerden sowie gegen stressbedingte Magen- und Darmbeschwerden beworben. „Diese Aussagen sind jedoch hochgradig irreführend“, heißt es in einer Pressemitteilung, die der Verband für Sozialen Wettbewerb e.V. (VSW) kürzlich veröffentlicht hat. Er verweist auf in einstweiligen Verfügungsverfahren ergangene Entscheidungen des Berliner Kammergerichts. Dieses habe zuletzt mit Urteil vom 23. August 2019 (Az. 5 U 8/19) festgestellt, dass es sich bei der Produktbezeichnung „Stress“ um eine unzulässige gesundheitsbezogene Angabe handele. Auch die Health Claims für die in den Präparaten enthaltenen B-Vitamine seien nicht geeignet, die Verwendung der Bezeichnung „Stress“ zu rechtfertigen. Zwar gebe es in der Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben für diverse B-Vitamine zulässige Claims.  Zum Beispiel: „Riboflavin (Vitamin B2) trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen“ oder „Vitamin B12 trägt zu einer normalen psychischen Funktion bei“. Aber: Die bei „Omni Biotic Stress“ beanstandeten Werbeaussagen beziehen sich eben nicht auf die einzelnen Vitamine, sondern auf das aus mehreren Stoffen bestehende Präparat. Und das sei nicht zulässig.

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Immer noch zu haben

Für den VSW ist klar: Das Präparat „Omni Biotic Stress“ kann daher mit dieser Bezeichnung nicht rechtmäßig in den Verkehr gebracht werden. Doch nach wie vor ist das Präparat in genau dieser Aufmachung zu haben – das zeigt schon ein Blick ins Internet, wo es über diverse Versandapotheken angeboten wird. Der Wettbewerbsverband will nicht länger mit ansehen, dass die von ihm erwirkte Verfügung nicht umgesetzt wird: Er forderte Allergosan auf, sich bis Mitte Oktober zur Rückrufproblematik zu erklären.

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