Magen-Darm-Beschwerden in der Stillzeit

Ebenso wie Schwangere sind Stillende bei der Auswahl derArzneimittel, die sie einnehmen können, eingeschränkt. Das bedeutet aber nicht,dass man sie in der Apotheke unverrichteter Dinge ziehen lassen muss, wenn siedort Hilfe suchen. ZahlreicheOTC-Arzneimittel können auch in der Stillzeit angewendet werden, unter anderemauch bei Magen-Darm-Beschwerden.

Nachdem sich die Mutter mehrere Monate den Bauchraum mitihrem Sprössling geteilt hat, benötigt die ursprüngliche Platzanordnung undFunktionstüchtigkeit der Organe manchmal einige Zeit. Sollten dadurchVerstopfungen, Magendrücken und andere Beschwerden im Verdauungstraktauftreten, so können diese im Rahmen der Selbstmedikation gelindert werden. 

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Um die Verdauung wieder in Schwung zu bringen und eine regelmäßige Darmentleerung zu ermöglichen, eignen sich neben ballaststoffreicher Ernährung auch physikalisch wirkende Laxantien. Macrogol-Präparate (z.B. Movicol®) und Flohsamenschalen in Kombination mit ausreichend Flüssigkeit und Bewegung sind zu empfehlen. Ebenso funktioniert ein Lactulose-Sirup gegen die Verstopfung in der Stillzeit. Als Alternative können Mütter Natriumpicosulfat (z.B. Dulcolax® NP Tropfen) einnehmen, auch dieser Wirkstoff kann empfohlen werden.

Elektrolyte erste Wahl bei Durchfall

Sollten im Darm-Bereich Probleme in die andere Richtung,nämlich in Form von Durchfällen auftreten, gibt es folgendes zu beachten: OraleRehydratationslösungen wie Oralpädon® gleichen den Elektrolyt- undFlüssigkeitsverlust aus und sind damit die erste Wahl bei Diarrhö. Oft sindpathogene Erreger und deren Toxine Auslöser solcher Beschwerden. Diese sollten, zusätzlich zur Rehydratation, adsorbiert werden, um die Durchfall-Erkrankung inden Griff zu bekommen. Dafür eigenen sich für stillende Mütter Hefepräparate z.B.Perenterol® forte. Da der Körper beim Stillen täglich um die 500 kcal mehr anEnergie benötigt, sollten Durchfälle wegen des resultierenden Flüssigkeits- undEnergieverlustes schnell behoben werden, spätestens nach zwei bis drei Tagenohne Besserung ist der Gang zum Arzt für die Mutter unabdingbar. AuchArzneimittel, die Loperamid enthalten (z.B. in Imodium® akut) können lautembryotox.de kurzzeitig eingenommen werden, sind aber weniger erprobt in derStillzeit und daher eher abzugeben, wenn vorher der Arzt eine Empfehlung dafürausgesprochen bzw. niedergeschrieben hat.

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