Herzinfarkt: Nach einem Jahr die Medikation überprüfen

Direkt nach einem akuten Koronarsyndrom bekommen Patienteneinen regelrechten Arzneimittelcocktail verordnet. Manches davon muss auchtatsächlich lebenslang eingenommen werden, zum Beispiel ASS, anderes hingegennicht. Ein Teil wird bis zu 12 Monate nach dem Ereignis gegeben und kann dann unter Umständenabgesetzt werden. Tut sich nichts, sollte die Apotheke zumindest einmalnachhaken.

Der Pharmacon in Schladming steht in diesem Winter unter demMotto „Pharmakotherapie kardiovaskulärer Erkrankungen“. Am Mittwochmorgen ginges um Akuttherapie und Sekundärprävention des Myokardinfarkts. Neben der Akuttherapie ist die medikamentöseBehandlung nach einem überstandenen Ereignis von herausragender Bedeutung fürSymptomatik und Prognose der Patienten. Doch wie sieht diese medikamentöse Behandlung aus? 

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Priv.-Doz. Dr. Klaus Bonaventura vom Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam benannte in seinem Vortrag die „Big 5“, die Patienten nach einem Myokardinfarkt erhalten sollen. Die da wären:

„Big 5“ nach einem Myokardinfarkt

1. ASS: 70 bis 100 mg pro Tag, bei ASS-UnverträglichkeitClopidogrel

2. Thrombozytenaggregationshemmer: Prasugrel,Ticagrelor oder Clopidogrel 

3. ein kardioselektiver Betablocker: zum BeispielBisoprolol, Metoprolol oder Nebivolol; vor allem, wenn die Ejektionsfraktionunter 40 Prozent liegt, also eine Herzinsuffizienz besteht

4. Lipidsenker: primär Statine, wenn Zielwertenicht erreicht werden, kann erst zusätzlich mit Ezetrol oder später mitPCSK9-Inhibitoren behandelt werden

5. ACE-Hemmer oder Sartane: wenn dieEjektionsfraktion unter 35 Prozent liegt und die Patienten symptomatisch sind,werden zusätzlich Aldosteronantagonisten empfohlen

Allgemeinist laut Bonaventura anzustreben, dass die Wirkstoffe jeweils in der höchstentolerierten Dosis gegeben werden.

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