Gürtelrose nun Standardimpfung für alle ab 60

Seit Mai 2018 ist mit Shingrix ein adjuvantierterSubunit-Totimpfstoff gegen Herpes zoster verfügbar. Nun gibt es auch eineoffizielle Impfempfehlung der STIKO, die vergangene Woche im „EpidemiologischenBulletin“ veröffentlicht wurde. Demnach wird die Impfung für Personen ab 60 Jahrenstandardmäßig empfohlen.

„Vorbeugung von Herpes Zoster und postherpetischer Neuralgiebei Personen ab 50 Jahren“ lautet die vollständige Indikation des seit Mai verfügbarenImpfstoffs Shingrix. Im Gegensatz zum bisherigen Zoster-Impfstoff Zostavax®handelt es sich bei Shingrix® nicht um einen attenuierten Lebendimpfstoff,sondern um einen sogenannten Subunit-Impfstoff. Die Immunreaktion wird indiesem Fall durch ein rekombinantes Oberflächenantigen desVarizella-Zoster-Virus hervorgerufen, das Glykoprotein E. Zur Verstärkung derImmunantwort ist zudem das Adjuvans AS01B enthalten. Dieses besteht ausMonophosphoryl-lipid A und QS-21 (Quillaja saponaria Molina), einemoberflächenaktiven Stoff aus dem südamerikanischen Seifenrindenbaum, der dieCD4 T-Zell- und die humorale Immunantwort auf die Impfung verstärkt. Im Gegensatzzum Lebendimpfstoff scheinen die Schutzraten grundsätzlich höher zu sein. Die Wirksamkeitüber alle Altersgruppen ab 50 Jahren liegt laut STIKO bei 92 Prozent zum Schutz vorHerpes Zoster und bei 82 Prozent beim Schutz vor postherpetischer Neuralgie. Zudemkönnte die Wirkung von Shingrix® länger anhalten. Erste Langzeitbeobachtungendeuten darauf hin.
Diese offensichtlich gute Immunogenität erkauft man sichallerdings mit einer relativ hohen Nebenwirkungsrate: Lokale Reaktionen tratenbei fast 80 Prozent der Geimpften auf (versus 29,5 Prozent unter Placebo). 66,1Prozent der Geimpften berichteten über systemische Nebenwirkungen wie etwa Myalgien,Müdigkeit, Fieber oder Kopfschmerzen.

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In den USA, wo die neue Zoster-Impfung schon seit über einem Jahr auf demMarkt ist, hat die US-Gesundheitsbehörde im Januar dieses Jahres ihreImpfempfehlung zugunsten von Shingrix® geändert, weil sie den neuen Impfstofffür vorteilhafter erachtet. Seit 2006 hatte die Behörde für Ältere Zostavax®empfohlen. Von der STIKO gab es nie eine Empfehlung für Zostavax – aber es gibtsie jetzt für Shingrix®. Sie wurde vergangene Woche im „EpidemiologischenBulletin“ veröffentlicht, damit ist sie „offiziell“. Die Empfehlungberücksichtige die gute Wirksamkeit des Impfstoffes, die zu erwartende Schutzdauernach Impfung sowie das zunehmende Risiko für schwere Krankheitsverläufe des Herpeszoster und für Postzosterschmerzen bei Personen im Alter von 60 Jahren und älter,heißt es in der Begründung der STIKO.

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