Erschreckende Zahlen: Ein Viertel aller Jugendlicher ist Smartphone-süchtig

E-Mails verschicken, soziale Netzwerke durchscrollen und Überweisungen tätigen – dank des Smartphones geht das alles auch von unterwegs.

Für viele erwachsene Nutzer ist das elektronische Gerät täglicher Begleiter und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Aber auch immer mehr Kinder und Jugendliche haben früh Zugang zu einem Smartphone und besitzen im Kindesalter meist schon ein eigenes.

Eine Studie des King’s College London hat jetzt herausgefunden, dass gerade die Jüngsten dabei schnell ein suchtähnlichen Verhalten aufweisen.

Die Studienergebnisse wurden im Fachmagazin ‚BMC Psychatry‘ veröffentlicht.

Können Smartphones Depressionen auslösen?

Besonders in den letzten Jahren hat die Nutzung von Smartphones bei Kindern und Jugendlichen erheblich zugenommen.

Zeitgleich konnte eine Zunahme häufiger psychischer Störungen in der selben Altersgruppe festgestellt werden – einschließlich schlechtem Schlaf und Selbstmordgedanken mit gravierenden Auswirkungen auf die lebenslange psychische Gesundheit.

Die Wissenschaftler rund um Studienautorin Dr. Nicola Kalk vom Institute of Psychiatry, Psychology and Neuroscience untersuchten in einer Metastudie die Zusammenhänge von Smartphonenutzung und depressiven Verstimmungen bei Jugendlichen und Kindern.

Smartphones fördern psychische Probleme

Für die Studie untersuchten die Forscher verschiedene internationale Studien aus den Jahren 2011 bis 2015, die sich mit den Schlagwörtern „Handy“, „Sucht“ und „Jugendliche“ in Verbindung bringen ließen.

Diese zeitliche Beschränkung wurde speziell gewählt, um Studien zur aktuellen und modernen Smartphone-Technologie zu erfassen. Zwei unabhängige Forscher überprüften anschließend die Ergebnisse der Suchstrategie und die Volltexte aller Studien, die diese Kriterien erfüllten.

Am Ende der Suchstrategie konnten 41 geeignete Studien mit insgesamt über 40.000 Probanden gefunden werden, die einen Zusammenhang zwischen Smartphones und Depressionen vermuten lassen.

Jugendliche sind anfällig für Verhaltensabhängigkeiten

Die Studie konnte feststellen, dass Smartphonenutzer vor allem Kommunikation, Social Networking aber auch die Erlangung von Akzeptanz mit ihrem elektronischen Gerät in Verbindung brachten.

Zusätzlich konnte die Studie Verhaltensabhängigkeiten wie Internetabhängigkeit, Facebookabhängigkeit, Kaufzwang und ein erhöhter Alkohol- und Nikotinkonsum mit der Nutzung von Smartphones in Verbindung bringen.

Es stellte sich heraus, dass besonders die 17- bis 19-Jährigen anfällig für entsprechende Suchtverhalten waren.

Insgesamt zeigte sich, dass 23 Prozent der Jugendlichen Anzeichen einer „problematic smartphone usage“ (PSU), also einer problematischen Smartphone-Nutzung, aufwiesen.

Smartphonenutzung verursacht psychische Probleme

Die Forscher definierten PSU als Verhalten in Zusammenhang mit der Nutzung von Smartphones, das abhängig ist – also beispielsweise Angst, wenn das Telefon nicht verfügbar ist oder wenn andere Aktivitäten vernachlässigt werden.

Die Studie ergab auch, dass es tatsächlich Zusammenhänge zwischen PSU und psychischen Problemen wie Angstzuständen, Stress, Schlafstörungen und depressiven Verstimmungen gibt.

Dr. Nicola Kalk stellt in einer Mitteilung zur Studie fest: „Es besteht ein Bedürfnis nach öffentlichem Bewusstsein für die Verwendung von Smartphones bei Kindern und Jugendlichen. Eltern sollten sich darüber im Klaren sein, wie viel Zeit ihre Kinder mit ihren Handys verbringen.“

Deutsche Studie bestätigt die Vermutung

Eine Studie der DAK-Gesundheit und dem Deutschem Zentrum für Suchtfragen untersuchten die Social-Media-Abhängigkeit von Kindern und Jugendlichen im Alter von zwölf bis 17 Jahren auch in Deutschland.

Laut der Studie erfüllen 2,6 Prozent der Kinder und Jugendlichen die Kriterien für eine Abhängigkeit.

Die Studie zeigt, dass Kinder durchschnittlich zweieinhalb Stunden täglich mit sozialen Medien verbringen – diese intensive Nutzung verursacht gesundheitliche und soziale Probleme. Zu wenig Schlaf, Realitätsflucht und Streit mit den Eltern sind die Folgen.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, erklärt: „Soziale Medien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Die Studie bestätigt jedoch, was wir schon lange ahnten: Ein Zuviel an Smartphone und Co. schaden der Gesundheit und dem Familienleben.“

Quellen

  • BMC Psychiatry: Prevalence of problematic smartphone usage and associated mental health outcomes amongst children and young people: a systematic review, meta-analysis and GRADE of the evidence, abgerufen am 29.11.2019 https://bmcpsychiatry.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12888-019-2350-x
  • DAK Gesundheit: WhatsApp, Instagram und Co. – so süchtig macht Social Media, abgerufen am 29.11.2019 https://www.dak.de/dak/bundesthemen/onlinesucht-studie-2106298.html

Antonia Hagedorn

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