Ärztin verrät, wie Ihr eure Hormone auf Abnehmen programmiert

Fett beginnt dann zu schmelzen, wenn man mehr Kalorien verbrennt, als man am Tag zu sich nimmt – sollte man meinen.

Dr. Sara Gottfried ist Frauenärtzin und Bestseller-Autorin des Buches "Die Hormondiät: Den Stoffwechsel regulieren und erfolgreich abnehmen durch Neustart des Hormonsystems".

Sie kennt sich mit Hormonen besonders gut aus und verrät im Gespräch mit dem Online-Magazin "Mindbodygreen" ihre Schlüsselstrategie, die äußert effektiv beim Abnehmen helfen kann.

Fett ist nicht gleich Fett

Die Expertin unterscheidet zwischen zwei unterschiedliche Arten von Fett, dem subkutanen und dem viszeralen Fett. Subkutanes Fett ist äußerlich sichtbar und viele Leute würde gerne etwas davon verlieren, um ein besseres Körpergefühl zu bekommen.

Viszerales Fett hingegen ist das tiefersitzende Fett, das weitaus bedrohlicher ist. Es legt sich um einige der menschlichen Organe, wie zum Beispiel die Leber, die Nieren oder den Darm.

Stoffwechselhormone als Grund für Gewichtszunahme

Der menschliche Körper ist seit frühester Zeit darauf ausgelegt, Fett zu speichern. Das war damals wichtig, um an Tagen, an denen es an Lebensmitteln mangelt, genug Reserven zum Überleben zu haben.

Heutzutage gibt es in großen Teilen der Welt allerdings reichlich Lebensmittel und es ist nicht unbedingt nötig, Fettreserven für Notlagen aufzubauen. Das weiß der Körper allerdings nicht und speichert das aufgenommene Fett trotzdem. Dies erzeugt laut Dr. Gottfried hormonelle Aussetzer.

Der Trick ihrer Theorie ist, über einen Zeitraum von 21 Tagen bestimmte Lebensmittel wegzulassen und so das Gleichgewicht der sieben wichtigsten Stoffwechselhormone im Körper wiederherzustellen.

Darin liegt das Geheimnis

Um diese Strategien optimal umzusetzen, verlässt sich die Ärtzin auf zehn verschiedene Aspekte ihres Konzepts und sagt: „Kalorien sind wichtig, Hormone sind aber wichtiger. Insbesondere beinhaltet die Reduzierung des Bauchfetts das Zurücksetzen der Bauchfetthormone Insulin, Leptin und Cortisol".

1. Portulak statt Fructose

Portulak ist eine Pflanzenart und eine super reichaltige Quelle für Omega-3-Fettsäuren und Melatonin. Diese Eigenschaft hilft bei der Fettverbrennung, da die Stoffe Veränderungen des Bauchfetts, die zum Beispiel durch Fructose entstehen, umzukehren scheinen.

Man kann die Pflanze selbst anbauen oder auch im Supermarkt kaufen. Als zusätzliches Plus stärkt Portulak das Gedächtnis und die Verbindungen der Synapsen.

2. Weniger Cardio, mehr HIIT

Kaum zu glauben, aber wahr: Cardio-Training hilft laut der Expertin nicht unbedingt bei der Fettverbrennung, sondern kann mitunter sogar den Cortisolspiegel und somit den Fettanteil im Körper erhöhen.

Das signalisiert dem Körper Stress, was dazu führt, dass er beginnt, viel Fett zu speichern. HIIT verbrennt bekanntermaßen eine Menge Kalorien, hält aber den Cortisolspiegel gering, da man mit einigen Minuten Erholungen und weniger Stress trainiert.

3. Alkohol ist ein No-Go

Dass Alkohol schlecht für den Körper ist, ist kein Geheimnis. Genauso wenig, dass der Konsum keine Vorteile mit sich bringt, wenn man versuchen möchte abzunehmen.

Also ist es ganz besonders wichtig, Alkohol, aber auch zuckerhaltigen Saft oder Limonaden während der Hormon-Optimierung aus der Ernährung zu streichen.

4. Entzündungshemmende Proteine helfen

Linsen oder andere Hülsenfrüchte enthalten gesunde und entzündungshemmende Proteine, diese sind wichtig, weil zu wenig Proteine, aber zu viele Kohlenhydrate zu einer Gewichtszunahme führen können.

Saubere und gute Proteine sind außerdem in Lachs oder Rindfleisch enthalten.

5. Auf Gluten und Milchprodukte verzichten

Nahrungsmittelunverträglichkeiten können Stress auslösen und somit das Stresshormon Cortisol freisetzen und dem Immunsystem schaden. Es ist also wichtig die gängisten Lebensmittel, die zu Unverträglichkeiten führen können, aus dem Ernährungsplan zu streichen.

Laut der Expertin kann zum Beispiel eine glutenfreie Ernährung Fett verringern.

6. Schluss mit Fructose und Glukose

Als gefährlichster Zucker für den Körper gilt Fructose. Er gelangt direkt in die Leber und bildet Fett. Zudem signalisiert Fructose dem Gehirn kein Sättigungsgefühl, was dazu führt, dass man immer mehr Hunger bekommt und weiter isst.

Dieser Fakt löst außerdem auch wieder Stress im Körper aus und führt zu Entzündungen.

Man sollte seine Ernährung auf Früchte wie Zitronen, Limetten, Avocados und Oliven beschränken, um Bauchfett zu verlieren.

7. Cortisol unbedingt vermeiden

Fett wird vor allem in stressigen Situationen reichlich gespeichtert. Das kann ein stressiger Alltag, aber auch emotionaler Stress sein.

Sobald das StresshormonCortisol gebildet wird, ist es wahrscheinlicher, dass man an Körpergewicht zunimmt. Am besten funktioniert hier zum Beispiel, regelmäßig eine 30-minütige Yoga-Einheit in den Alltag miteinzubauen.

Auch schon eine Meditation oder eine Massage kann helfen. Am besten findet jeder für sich heraus, was ihn am meisten entspannt.

8. Schlaf ist essentiell

Um viszerales Fett zu verbennen, empfielt die Expertin 7 bis 8,5 Stunden ununterbrochenen Schlaf. Aussreichend Schlaf sorgt für Entspannung und hält Cortisol und Insulin unter Kontrolle.

9. Adiponektin reguliert das Hungergefühl

Adiponektin ist ein Peptidhormon, das in den Fettzellen von Menschen und Tieren gebildet wird. Es reguliert mit anderen Hormonen, wie zum Beispiel Leptin, das Hungergefühl und die Nahrungsaufnahme.

Je mehr Adiponektin man aufnimmt, desto mehr Fett verbrennt man. Diese Hormone findet man zum Beispiel in Pistazien und Kürbiskernen.

10. Intermittierendes Fasten als Wundermittel?

Fasten, das sich auf eine bestimmte Zeit begrenzt, kann die Fettverbrennung anregen und viszerales Fett zu reduzieren.

Um die Fettverbrennung optimal anzukurbeln empfiehlt die Expertin Frauen ein Zeitfenster von 18 und Männern eines von 16 Stunden, in denen keine Nahrung aufgenommen wird. Hier findest du mehr Infos und Tipps zum Thema Intervallfasten.

Wenn man also trotz genügend Sport und vermeintlich gesunder Ernährung nach längerer Zeit immer noch keine Ergebnisse erzielen konnte, dann könnte es daran liegen, dass die wichtigsten Stoffwechselhormone im Körper nicht im Gleichgewicht sind.

Diese Hormone können allerdings mit ein paar Tipps und Tricks auf Null gesetzt und das Gleichgewicht wieder hergestellt werden.

Mit einem erholten Hormonhaushalt steht dann auch der erfolgreichen Gewichtsreduktion nichts mehr im Wege.

Antonia Hagedorn

*Der Beitrag „Ärztin verrät, wie Sie Ihre Hormone auf Abnehmen programmieren“ stammt von FitForFun. Es gibt keine redaktionelle Prüfung durch FOCUS Online. Kontakt zum Verantwortlichen hier.

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